Corona-Schutzimpfung

Corona-Schutzimpfung:
Gut informiert sein

Im ersten digitalen Praxisdialog zur Corona-Schutzimpfung beschäftigten sich Pflege- und Führungskräfte damit, die Impfbereitschaft zu fördern. Wie sie sich und andere gut informieren können, darum ging es in den folgenden Austauschrunden.

Vertrauenswürdige Informationen zur Corona-Schutzimpfung beschaffen und vermitteln, Impfungen und Testungen organisieren und durchführen: Die Erfahrungen der teilnehmenden Pflegefachkräfte zeigen, dass vor allem dies besondere Herausforderungen in der täglichen Arbeit sind. Denn:

  • Patientinnen und Patienten sowie Bewohnerinnen und Bewohner, die Angst vor der Impfung haben, bräuchten Zugang zu verständlichen Infomaterialien, die beratend an die Hand gegeben werden könnten. Bei ausländischen Mitarbeitenden sowie bei Seniorinnen und Senioren mit Migrationshintergrund sei es oft die Sprachbarriere, die den Zugang zu den Informationen vor Ort verhindert.
  • Zusätzlich überfordere die Fülle der Informationen im Internet viele Pflegekräfte – sie strickten sich oft ihre eigene Wahrheit, anstatt sich etwa von Ärztinnen und Ärzten, zu denen sie Zugang haben, Antworten auf ihre Fragen geben zu lassen.
  • Für Pflegekräfte in der ambulanten Pflege sei die Organisation beim Testen und Impfen sehr aufwendig. Oft könnten ehrenamtliche Helferinnen und Helfer nicht konkret eingeplant werden, da rechtliche Fragen offenblieben.
  • Oft fehle für die Organisation der Impfungen und das Testen Personal, was wiederum zu Mehrarbeit und zusätzlichen Belastungen unter Pflegenden führe.

Diese Lösungen haben die Teilnehmenden bereits gefunden:

  • In stationärer und ambulanter Pflege vor Ort enger zusammenarbeiten: So hat ein Pflegestift im Landkreis Offenbach den Pflegekräften und Bewohnerinnen und Bewohnern einer benachbarten Demenz-WG ermöglicht, sich auch im Pflegestift durch ein mobiles Team impfen zu lassen.
  • Hausärztinnen und -ärzte einbinden: Beratungsgespräche können Pflegende entlasten. Diese könnten zum Beispiel während der Visite im Heim stattfinden.
  • Unterstützung für die Testungen holen: Hier helfen unter anderem die Bundeswehr über eine Bedarfsnennung an Landkreise oder Kommunen und die Plattform #pflegereserve.
  • Die psychische Gesundheit unterstützen: Angebote der Therapie und Seelsorge helfen, mit den zusätzlichen Belastungen umgehen zu lernen.
  • Besuchszeiten sinnvoll regeln: Begrenzte Besuchszeiten können entlasten und ermöglichen, personenorientierte Pflege zu leisten, einen eigenen Rhythmus in der Pflege beizubehalten und dem Stress entgegenzusteuern.

Diese Ideen haben die Teilnehmenden darüber hinaus:

  • Regionale Impfbusse für immobile Menschen, die auf dem Land zu Hause sind. Damit wären viele organisatorischen Probleme auf einen Schlag gelöst.
  • Flyer für eine bessere Impfaufklärung: In verschiedenen Fremdsprachen, in leichter Sprache und für die unterschiedlichen Zielgruppen – einen für Pflegekräfte und einen für Heimbewohnerinnen und -bewohner sowie Kundinnen und Kunden ambulanter Pflegedienste.

Leicht verständliche Informationen sind der Schlüssel, um die Impfung besser zu verstehen.

Das Pflegenetzwerk Deutschland sammelt Texte, Videos und Grafiken, die sich in der Praxis als hilfreich erwiesen haben.