Corona-Schutzimpfung

Impfbereitschaft fördern – aber wie?

Die Impfbereitschaft der Pflegekräfte ist hoch. Dennoch haben sie Fragen zur  Impfung – wie andere Bürgerinnen und Bürger auch. Beim ersten digitalen Praxisdialog zur Corona-Schutzimpfung diskutierten Pflege- und Führungskräfte, wie sie gut informieren und aufklären können.

Die Erfahrung der teilnehmenden Führungskräfte zeigt: Drei zentrale Hemmnisse stehen einem entschiedenen Ja zur Corona-Schutzimpfung oft entgegen:

  • Die Informationen zum Corona-Virus und zur Corona-Schutzimpfung sind komplex und für viele im ohnehin anstrengenden Alltag nur schwer verständlich. Unsicherheiten bleiben.-
  • Die sozialen Medien sind für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Hauptinformationsquelle. Vertrauenswürdige und unseriöse Nachrichten sind hier besonders schwer voneinander zu unterscheiden.
  • Die hohe Arbeitsbelastung in der Pandemie führt dazu, dass Pflegekräfte in ihrem Feierabend weder Zeit noch Kraft oder Lust haben, sich ggf. aufwändig, mühsam und zum wiederholten Male für eine Impfung anzumelden. Auch lange Wege zur und Wartezeiten auf die Impfung führen eher zu einer ablehnenden Haltung.

Wie also können Führungskräfte die Impfbereitschaft in ihren Pflegeeinrichtungen fördern? Im Praxisdialog teilten die Teilnehmenden fünf Tipps aus ihrer eigenen Praxis:

  • Führungskräfte gehen als Vorbild voran. Sie lassen sich impfen und manche helfen sogar mit beim Verabreichen der Impfungen.
  • Führungskräfte helfen dabei, eine begründete Entscheidung für oder gegen die Corona-Schutzimpfung zu treffen. Sie suchen das persönliche Gespräch über bestehende Ängste oder Unsicherheiten mit den Kolleginnen und Kollegen – vom Pflegedirektor über den Oberarzt bis zur Pflegedienstleitung. (Statt Informationen einfach nur schriftlich weiterzugeben.)
  • Hilfreich ist außerdem, das lokale Netzwerk zu nutzen und Ärztinnen und Ärzte sowie Fachpersonen aus Immunologie oder Virologie einzubeziehen, die auch komplexe Fragen kompetent und vertrauenswürdig beantworten können. Einzelne Pflegeeinrichtungen binden zum Beispiel auch Seelsorgende ein, damit Kolleginnen und Kollegen Fragen und Sorgen zur Corona-Schutzimpfung teilen können.
  • Pflegeeinrichtungen können sich vor Ort bei der Logistik und Planung von Impfterminen gegenseitig unterstützen: So arbeiten in manchen Regionen stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen zusammen, um Impfungen in Absprache mit der Kommune gerade auch für ambulant tätige Kolleginnen und Kollegen während der Arbeitszeit zu organisieren.
  • Die Organisation des Impftermins wird vom Arbeitgeber unterstützt – Impfzeit ist Arbeitszeit.

Leicht verständliche Informationen sind der Schlüssel, um die Impfung besser zu verstehen.

Das Pflegenetzwerk Deutschland sammelt Texte, Videos und Grafiken, die sich in der Praxis als hilfreich erwiesen haben.