Mit der Corona-Schutzimpfung für Pflegekräfte stellt sich vielen die Frage, wie es eigentlich um die gesetzliche Unfallversicherung bei Schäden steht, die über die normale Impfreaktion hinausgehen. Antworten darauf hat Randolf Mäser von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW).

Randolf Mäser ist Geschäftsführer der Bezirksverwaltung Mainz der BGW. Im Praxisdialog des Pflegenetzwerks Deutschlands beantwortete er Fragen aus dem Netzwerk und klärte zum Versicherungsschutz bei berufsbedingten Impfungen auf.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Grundsätzlich sind Impfungen dem privaten Lebensbereich zuzuordnen und stehen damit nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.
  • Anders sieht es aus, wenn die Impfung aufgrund einer erheblich erhöhten Infektionsgefahr im Beruf erforderlich ist.
  • Versicherungsschutz besteht auch dann, wenn zum Beispiel die Leitung einer Einrichtung zur Impfung aufruft, sie mit der besonderen Gefährdung am Arbeitsplatz begründet und entsprechende organisatorische Maßnahmen trifft.
  • Versicherungsschutz bei der Corona-Schutzimpfung besteht zudem grundsätzlich bei allen Tätigkeiten, für die die Impfverordnung eine Impfung mit höchster, hoher oder erhöhter Priorität vorsieht.
  • Nur regelwidrige Gesundheitszustände werden auch als Arbeitsunfall gewertet, normale Impfreaktionen wie beispielsweise Kopfschmerzen nicht.
  • Gesundheitsschäden im Zusammenhang mit der versicherten Impfung werden von der gesetzlichen Unfallversicherung übernommen.

Seine ausführlichen Antworten sehen Sie in den Videos:

Die Corona-Schutzimpfung aus Sicht der Arbeitsmedizin – die Fachärztinnen Dr. Johanna Stranzinger (BGW) und Dr. Ursula Peschke beantworten die wichtigsten Fragen