Illustration eines Thermometers, daneben eine Sonne und die Worte "30 Grad Celsius".

Steigende Temperaturen können sowohl Pflegekräften als auch Bewohnerinnen und Bewohnern in den Einrichtungen ganz schön zusetzen. Die Hygienebedingungen unter Corona machen es nicht leichter, sich darauf einzustellen. Fünf Tipps für die Vorbereitung.

Welche Vorkehrungen helfen, die Auswirkungen der Hitze in den Pflegeeinrichtungen so gering wie möglich zu halten? Wie können Sie alle Beteiligten auch unter den geltenden Hygienevorschriften bestmöglich schützen und Arbeitsabläufe sicherstellen? Dr. Julia Schoierer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel des Bundesumweltministeriums leitet sie unter anderem ein Forschungsprojekt zum Hitzeschutz von Beschäftigten in der Pflege. Auf diese Aspekte kommt es ihrer Meinung nach besonders an:

  1. Aktivitäten zeitlich verschieben: Sprechen Sie sich vor anstehenden Hitzewellen im Team ab, wie Sie gemeinsam Ihre Tätigkeiten den Temperaturen anpassen können. Vielleicht können Sie besonders anstrengende Aufgaben in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegen und häufigere Pausen einlegen.
     
  2. Innenraum bestmöglich kühlen: Um Räume nicht noch weiter aufzuheizen, sollten Sie alle nicht zwingend notwendigen, wärmeabgebenden Geräte abschalten. Lüften Sie außerdem nach Möglichkeit in den frühen Morgenstunden und nutzen Sie konsequent Abschattungen wie Außenjalousien und Rollos. Das gilt nicht nur für Behandlungs-, Aufenthalts- und Wohnräume in den Einrichtungen. Auch die privaten Räumlichkeiten sollten Pflegekräfte so kühl wie möglich halten, damit sie sich dort gut von der Arbeit erholen können.
     
  3. Außenbereiche nutzen: Gestalten Sie die Außenanlagen der Einrichtung so, dass sowohl Pflegekräfte als auch die Bewohnerinnen und Bewohner die Chance haben, sich in kühlen Bereichen aufzuhalten. Viel schattenspendendes Grün und Wasserstellen helfen dabei. Wenn kein Teich oder Brunnen in der Nähe ist, können Sie auch feuchte Umschläge für Arme, Beine, Stirn oder Nacken nutzen oder regelmäßig Wasser mit einer Sprühflasche auf dem Körper verteilen.
     
  4. Ernährung anpassen: Achten Sie darauf, dass Sie sowie Ihre Bewohnerinnen und Bewohner ausreichend trinken. Dabei kommt es nicht darauf an, möglichst viel, sondern angemessene Mengen regelmäßig zu sich zu nehmen – etwa alle ein bis zwei Stunden ein Glas Wasser. Achten Sie auch beim Essen auf wasserreiche Kost wie frisches Obst und Gemüse.
     
  5. Körpersignale wahrnehmen: Tragen Sie nach Möglichkeit luftige Kleidung, damit Ihr Körper nicht überhitzt. Gerade mit der durch Corona notwendigen Schutzkleidung ist das oft leichter gesagt als getan. Informieren Sie sich deswegen im Team über Symptome, die eine Hitzeerkrankung anzeigen können. Nur so können Sie gegenseitig aufeinander achten und bei den entsprechenden Anzeichen schnell handeln. Übrigens: Regelmäßiger Sport stärkt das Herzkreislaufsystem, das bei Hitze besonders gefordert wird.

Weitere Informationen finden Sie in der Informationsbroschüre zum Hitze- und Infektionsschutz und auf dem Poster „Gut durch die Sommerhitze – Tipps auf einen Blick“ des LMU Klinikums München.