Schwerpunkt

Ausbildung in der Pflege

Wer sich für eine Ausbildung in der Pflege entscheidet, setzt auf einen Beruf mit Perspektive. Welche Erfahrungen Auszubildende machen und wie die Ausbildung noch attraktiver werden kann – all das erfahren Sie in diesem Schwerpunkt.

„Es braucht eine Willkommenskultur, Kommunikation und das Signal, lernen zu dürfen.“

Welche Bedeutung die Praxisanleitung in der Pflegeausbildung hat, erzählt Anke Jakobs von der BLGS im Interview.

Praxisdialog: Pflegeausbildung

Im ersten Praxisdialog des Pflegenetzwerks Deutschland diskutierten Netzwerkmitglieder mit der Auszubildenden Anna über die Verbesserung der Pflegeausbildung.

Wie wird die Pflegeausbildung besser?

Auszubildende nicht als volle Arbeitskraft einplanen und der Praxisanleitung Zeit geben: Die Auszubildende Anna hat viele Ideen, um die Pflegeausbildung zu verbessern.

Was ist neu an der Pflegeausbildung?

Hier erfahren Sie mehr zur neuen Pflegeausbildung, zu Beratungsstellen und Fördermöglichkeiten.

Hintergrund:
Die generalistische Pflegeausbildung

Stärkung der Praxisanleitung

Am 1. Januar 2020 ist die neue generalistische Pflegeausbildung gestartet. Die im Pflegeberufegesetz beschlossene Reform stärkt durch klare Vorgaben die Rolle der Praxisanleitung. Diese muss während der praktischen Einsätze von Auszubildenden im Umfang von mindestens zehn Prozent der Ausbildungszeit stattfinden. 

Darüber hinaus sind die Voraussetzungen für Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter seit 2020 klar geregelt. Mitbringen müssen diese: 

  • eine berufspädagogische Zusatzqualifikation im Umfang von mindestens 300 Stunden (mit Bestandsschutz für Qualifikationen, die vor Inkrafttreten des Pflegeberufegesetzes erworben wurden),
  • mindestens ein Jahr Berufserfahrung als Pflegefachkraft in dem Einsatzbereich, in dem die Praxisanleitung erfolgt,
  • berufspädagogische Fortbildungen im Umfang von mindestens 24 Stunden jährlich. 

Die Praxisanleitung wird durch den Ausgleichsfonds zur Finanzierung der Pflegeausbildung getragen. In diesen zahlen Krankenhäuser, ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen sowie die Pflegeversicherung und die Länder ein. Träger der praktischen Ausbildung können sich die Kosten, die durch die Praxisanleitung entstehen, erstatten lassen. 

Das bringt der Ausbildung mehr Pflege-Kraft

Bei der Aktion „Mehr Pflege-Kraft“ teilten viele Pflegekräfte ihre Erfahrungen und Ideen aus der Ausbildungspraxis. Drei Beispiele:

Unsere betriebliche Ausbildung ist das Fundament für fachliche Kompetenz. Während meiner Ausbildung habe ich Einblick in das Schweizer System gewinnen können und war regelrecht schockiert, wie theoretisch diese Studiengänge sind. Und das in einem Beruf, der gerade so viel praktisches Geschick abverlangt! Aus diesem Grund denke ich, dass unsere Ausbildung etwas ist, das man schützen sollte und auch international stolz vorzeigen kann!“ – Florian, Auszubildender

„Ich wünsche mir, dass die Ausbildung stärker generalisiert und an europäische Standards angeglichen wird. Sinnvoll wären meiner Meinung nach drei Jahre Grundausbildung und anschließend ein bis drei Jahre Spezialisierung. Ich finde, es macht Sinn, höhere Zugangsbeschränkungen zu erlassen: Im Rahmen meiner Ausbildung gab es ein Pilotprojekt, bei dem ein vierwöchiges Praktikum auf einer Intensivstation und eine Präsentation zur persönlichen Motivation Voraussetzung waren. Die Qualität der Bewerbungen und der Bewerber hob sich deutlich von denen der anderen ab.“  – Yasmine, Auszubildende

„Wir implementierten eine Modellstation, die die künftigen Schwestern und Pfleger auf den kommenden Berufsalltag vorbereitet und die praktischen Anteile der Ausbildung intensivieren soll. Das wird erreicht durch einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Pflegekräften und Praxisanleitern und einer engen Kooperation mit der Krankenpflegeschule.“ – Matthias, Projektleiter einer Modellstation