Viele Pflegebedürftige fühlen sich in Zeiten von Corona einsam. Die Aufgabe, das aufzufangen, landet oft bei den Pflegekräften. Im digitalen Praxisdialog diskutieren Mitglieder des Pflegenetzwerks Deutschland, wie sie diese Aufgabe stemmen und was sie gegen Vereinsamung tun können.

Das hat sich für die Teilnehmenden des Dialogs bewährt, um die Einsamkeit von Bewohnerinnen und Bewohnern, Patientinnen und Patienten zu mildern:

  • Kreativität: Eine Teilnehmerin berichtete von einer Kollegin, die gemeinsam mit Betroffenen Geschichten schrieb, sie in einem Heft sammelte und in ihrer Einrichtung und an die Angehörigen austeilte. Dies stärke die Gemeinschaft, auch wenn die Personen räumlich nicht beieinander sein können. Eine andere Einrichtung organisierte Onlinekonzerte, die die einzelnen Personen an Tablets verfolgen konnten.
  • Klar wurde dabei aber: Virtuelle Aktionen ersetzen den persönlichen Kontakt nicht. In Beziehung untereinander zu treten, sei daher der zentrale Punkt, um Personen das Gefühl der Einsamkeit zu nehmen. Das sei besonders bei Menschen mit Demenzerkrankung wichtig. Persönlicher Kontakt könne teilweise immer noch Corona-konform, beispielsweise draußen, stattfinden.
  • Ein personenzentrierter Ansatz könne dafür sorgen, den Betroffenen individuell zu helfen. Letztlich spiele vor allem auch Sprache eine große Rolle, übertrage sich über sie doch die Empathie füreinander.

Und wenn Pflegekräfte Einsamkeit verspüren?

  • Hier waren sich die Teilnehmenden einig: Auch beruflich Pflegenden müsse es gut gehen. Es brauche mehr Sensibilisierung und Verständnis für ihre emotionale Lage – nicht nur in einer Pandemie.
  • Selbstpflege sei dabei der zentrale Punkt – sie müsse schon in der Ausbildung angesprochen werden. Zusätzlich wünschten sich die Teilnehmenden, vermehrt Zusatzcoachings für besonders belastete Einrichtungen anzubieten – und dass Pflegekräfte immer wieder aufs Neue dazu eingeladen werden, derlei Angebote auch wirklich wahrzunehmen.

Hilfe in Krisenzeiten: Die aktuelle Situation belastet extrem – hier gibt es Angebote, die helfen.