Illustration: Utensilien für einen Corona-Schnelltest: Eine Pipette und ein Teststreifen.

Wie kann die stationäre Pflege Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Pflegebedürftige und Angehörige vor einer Infektion schützen, ohne die pflegerische Arbeit zu behindern? Fünf Netzwerkmitglieder diskutierten im Praxisdialog die zentralen Herausforderungen stationärer Teststrategien und ihren Umgang damit.

Schnell zeigte sich im Austausch: Die Teilnehmenden sehen Teststrategien in der stationären Pflege ganz unterschiedlich: Für die einen bedeuten sie große Verunsicherung für die Einrichtung. Für die anderen sind sie personell herausfordernd bis überfordernd und bereiten personellen Mehraufwand, logistische Probleme und ein falsches Sicherheitsgefühl. Dennoch besteht der Eindruck, dass es damit insgesamt relativ gut zu laufen scheint im Vergleich zu anderen Bereichen.

Was sind aus Sicht der Teilnehmenden die zentralen Herausforderungen für die Pflegekräfte? Und welche Lösungen können helfen?

  • Alle Teststrategien führten zu Verschärfung des Personalmangels, sollten aber keinesfalls Abstriche in der Qualität der Pflege nach sich ziehen. Externe Unterstützung könnte Abhilfe schaffen, ist aber in der bisherigen Form nicht in allen Bundesländern rechtlich zulässig. Der Einsatz der Bundeswehr könne zu Unwohlsein in der Einrichtung führen, insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit Demenz. Soldatinnen und Soldaten in ziviler Kleidung wären hier ein Kompromiss. Zudem würden viele Einrichtungen die Unterstützung nicht anfordern, so der Eindruck, um nicht öffentlich einzugestehen, dass sie es nicht alleine schafften.
  • Eine Anregung war, dass Politik und Pflegekassen öffentlich dazu aufrufen, die angebotene Hilfe auch wirklich in Anspruch zu nehmen. So könne man eventuelle Bedenken der Leitungsebene zerstreuen, dass dieser Schritt ihnen im Nachhinein auf die Füße fallen könnte (Stichwort: Pflegesatzverhandlungen). 
  • Externe Testzentren für Angehörige und Pflegende würden die Einrichtungen und Pflegenden stark entlasten. In Hamburg werde dies bereits erfolgreich umgesetzt.
  • Das Spannungsfeld Lebensqualität, soziale Teilhabe versus Infektionsschutz wird im Alltag sowie in der Ausgestaltung der Regelungen als ein zentraler Aspekt gesehen. Es brauche Handlungsempfehlungen: Welche die Freiheit einschränkenden Maßnahmen liegen im gesetzlichen Rahmen? Die Urteile nach dem ersten Lockdown würden das Gefühl bestätigen, dass hier häufig einseitig auf Kosten der Lebensqualität überreguliert werde.
  • Schließlich dürfe der Schutz vor Corona nicht über allem anderen stehen. Die Qualität der Pflege und der Kontakt zu Angehörigen seien existentiell für Pflegebedürftige.

Das Herzstück des Pflegenetzwerks:
Die Praxisdialoge

Im Dialog mit Kolleginnen und Kollegen werden Probleme und Lösungsansätze diskutiert: Was hat sich bereits bewährt? Wie gehen Kolleginnen und Kollegen in anderen Einrichtungen mit den Herausforderungen um? Wie werden Besuchskonzepte erfolgreich umgesetzt? Seien Sie dabei oder schlagen Sie Themen und Termine vor!

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