Illustration: Drei Personen stehen nebeneinander. Eine ist mit einer Sprechblase versehen, in der ein Daumen hoch zu sehen ist.

Das interdisziplinäre Projekt beschäftigt sich mit der Forschungsfrage, wie die Kommunikation der Beschäftigten in der Pflege mit der Wahrnehmung ihrer Kompetenz und gesellschaftlicher Anerkennung zusammenhängen. Auf der Basis einer Literaturauswertung und empirischer Studien entwickeln und erproben die Projektpartner Materialien und ein Bildungskonzept für eine professionelle Kompetenzkommunikation.

Projektdaten im Überblick

Projekttitel: 
Kompetenzkommunikation und Wertschätzung in der Pflege (KoWeP)

Projektleitung: 
Prof. Dr. Klaus Müller, Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit, Frankfurt University of Applied Sciences (Konzeptprüfung, Schulungsmodule)

ProjektpartnerInnen: 
Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung, Prof. Dr. Michael Isfort, (Literaturstudie, standardisierte Befragung, Sekundäranalyse, Evaluation der Schulung)

Deutsche Angestellten Akademie DAA Westfalen, Kurt-Georg Ciesinger, (Wirkkonzepte, Curriculum und Erprobung Schulungsangebote)

MA&T Sell & Partner GmbH, Dr. Paul Fuchs-Frohnhofen (Workshops Qualitative Evaluation)

Projektlaufzeit:
02.01.2021 – 31.12.2022

AuftraggeberIn:
Bundesministerium für Gesundheit

Weitere Informationen:
Ressortforschung des BMG im Handlungsfeld „Demographischer Wandel und Pflege“ (Verlinkung)

Theoretischer Hintergrund

In der modernen Arbeitswelt ist die Wertschätzung, die den Beschäftigten an ihren Arbeitsplätzen, aber auch gesellschaftlich entgegengebracht wird, ein wichtiger Faktor für ihre Arbeitszufriedenheit und für die Chance, genügend Nachwuchs für diese Branche zu gewinnen. In der Pflege driften aber gesellschaftliche Bedeutung, gesellschaftliche Wertschätzung sowie Fremd- und Selbstwertschätzung der Beschäftigten auseinander. Obwohl die Arbeit der Pflegekräfte für gesamtgesellschaftlich sehr bedeutend gehalten wird, ist das Berufsfeld – insbesondere in der Altenpflege – für viele Berufseinsteiger*innen nicht attraktiv und die Beschäftigten in der Pflege selbst kommunizieren ihre eigene Arbeitssituation, aber auch ihre Kompetenz oftmals mit negativer Konnotation. Pflegekräfte haben vielfach nicht gelernt, ihre Expertise, den gesamtgesellschaftlichen Wert ihrer Tätigkeit und die positiven Aspekte des Pflegeberufs intern und nach außen hin zu kommunizieren.

Methodik

Für die Bearbeitung der Fragestellung werden mehrere wissenschaftliche Verfahren angewandt:

  • Grundlage für die Bearbeitung eines Kommunikationsmodells bildet eine Literaturauswertung zum Forschungsstand in Pflegewissenschaft und Psychologie.
  • Eine pflegewissenschaftliche Begutachtung dieses Modells erfolgt durch Expertengespräche mit Vertreterinnen und Vertretern des Fachs.
  • Leitfragendiskussion mit Studierenden der Pflegepädagogik (n=60) mittels Qualitativer Inhaltsanalyse.
  • Standardisierte Befragung von ca. 1000 Fachkräften der Alten-, Gesundheits- und Krankenpflege zur Eigen- und Fremdwertschätzung.
  • Sekundäranalyse qualitativer Interviews aus einem Vorgängerprojekt und Diskussion der Ergebnisse in einer Fokusgruppe.
  • Expertenrunden mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Praxis zu den identifizierten Wirkungszusammenhängen für gelingende und scheiternde Kompetenzkommunikation.  
  • Erprobung modular aufgebauter Schulungsangebote in acht zweitägigen Kursen mit je ca. zehn Teilnehmenden.
  • Evaluation der Schulung begleitend (Teilnehmende Beobachtung, Zufriedenheitsabfrage) und ex-post durch Nachbefragung der Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmer.

Ergebnisse und Produkte

Am Ende des Projektes steht ein alltagstauglicher Handlungsleitfaden für Pflegende. Ergebnisse aus dieser Studie und der Pilotphase, als auch das Schulungskonzept sind darin enthalten. Es liegen Materialen zur Schulung zentraler Kompetenzen der professionellen Kommunikation vor. Der Leitfaden ist einsatzfähig für den gesamten Bereich der Pflegebildung und Weiterbildung, sowie für interne Schulungen.

Themenfelder

Berufsstolz; Sprache und Pflege; Emotionsregulation; Selbstwertschätzung; Fremdwertschätzung; gesellschaftliche Anerkennung

Kompetenzkommunikation und Wertschätzung in der Pflege (KoWeP)