Bundesgesundheitsministerin Nina Warken eröffnete den Deutschen Pflegetag als Schirmherrin und betonte die zentrale Rolle der Pflege für die Gesellschaft. „Die Belange der Pflege können am besten durch die Pflege selbst vertreten werden. Der Deutsche Pflegetag ist unverzichtbar als Institution und Sprachrohr. Denn Pflege bleibt zentral“, sagte Nina Warken in ihrer Rede zur Eröffnung der Veranstaltung, die jedes Jahr vom Deutschen Pflegerat (DPR) in der Messe Berlin organisiert wird. 

Bundesgesundheitsministerin Warken hob bei ihrer Rede beim Deutschen Pflegetag, an dem sie erstmals als Schirmherrin teilnahm, die gestiegene gesellschaftliche Wertschätzung für die Pflege hervor. Sie betonte zudem, dass die Pflege eine „starke und gut vernehmbare Stimme" benötige – man habe „zu lange über die Pflege gesprochen und entschieden – als mit ihr."  

 

Ein besonderer Blickfang war der Aufruf zum ‚Faden aufgreifen‘ an der Rückwand des Standes: Hier konnten die großen Buchstaben des Pflegenetzwerks selbst mit farbigen Fäden ‚gesponnen‘ werden. Darüber hinaus wurde die Interaktion mit den Besuchenden groß geschrieben: Auf die Frage „Was macht Pflege stark?“ gingen sehr schnell, sehr viele unterschiedliche Antworten ein – die Magnetwand bot damit immer wieder einen Startpunkt für neue Diskussionen dazu, wie die Pflegenden diese Frage für sich beantworten. 

Die häufigsten Schlagworte: Wertschätzung, Respekt, Vielfalt und immer wieder ‚Teamarbeit‘ und ‚Gemeinschaft‘ als das kennzeichnende Merkmal der Pflege. Aber auch ‚Humor‘, ‚Empathie‘, ‚Geduld‘ sowie ‚Fachwissen‘ und ‚Augenhöhe‘ wurden als Begriffe notiert. Ebenso interessant für uns: Über unsere kleine Bälle-Umfrage wollten wir wissen, aus welchen Bereichen die Besuchenden stammen, und wo die Besuchenden eigentlich konkret arbeiten. Die Antwort: Wir hatten überwiegend Menschen aus der Pflegepraxis am Stand, die auch mehrheitlich in der stationären Pflege in Kliniken beheimatet war. 

Für zusätzliche Energie sorgte das Pflegenetzwerk-Glücksrad: Wer Fragen rund um das Netzwerk richtig beantwortete, durfte drehen und nützliche Preise aus dem Fundus des Pflegenetzwerks mitnehmen – kleine Alltagshelfer, die im Pflegeberuf wirklich unterstützen.

Großer Andrang bei den Praxisdialogen vor Ort

Neben dem Stand war das Pflegenetzwerk Deutschland auch mit zwei Praxisdialogen im Kongressprogramm vertreten und traf auf große Resonanz bei den Besuchenden. Beide Formate griffen Themen auf, die Pflegefachpersonen derzeit besonders beschäftigen: 

 

Mittwoch, 5. November:  

„Mehr Zutrauen! Der Kompetenz von Pflegefachkräften mehr Raum geben.“ 

Im Mittelpunkt dieses Praxisdialogs stand das neue Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP-GE), das am 6. November 2025 im Bundestag verabschiedet wurde. Gemeinsam mit Vertreterinnen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) wurde ein vertiefender Blick in die Inhalte des Gesetzes geworfen: 

  • Welche konkreten Änderungen gibt es im Berufsrecht und im Leistungsrecht?
  • Welche Auswirkungen sind auf die Versorgung in den verschiedenen Versorgungsbereichen zu erwarten? 

Mit dabei waren: Heike Hoffer (BMG), Christiane Lehmacher-Dubberke (DBfK Südost) und Fenna Leentje Ranft (BMG / Pflegenetzwerk Deutschland). 

 

Donnerstag, 6. November: 

„Internationale Fachkräfte fair anwerben und nachhaltig integrieren – wie geht das?“ 

Hier stand die faire und nachhaltige Integration internationaler Pflegefachpersonen im Fokus. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Praxis diskutierten über Erfolgsfaktoren einer gelingenden Integration und gaben Einblicke zu folgenden Aspekten: 

  • Mit welchen Initiativen und Maßnahmen unterstützt die Politik die Integration internationaler Fachkräfte?
  • Wie gestaltet sich eine ethisch faire Anwerbung von Fachkräften im Ausland, was umfasst das Gütezeichen „Faire Anwerbung Pflege Deutschland“, und welche Anforderungen sind damit bei den Arbeitgebenden verbunden?
  • Wie wird das vom BMG geförderte Projekt INGA Pflege 3.0 konkret in der Praxis umgesetzt, und welche Vorteile bietet die kombinierte sprachliche und fachliche Integration neuer internationaler Kolleginnen und Kollegen? 

Mit dabei waren: Dr. Roland Jopp (BMG), Daniela Wendorff und Dorothea Siebenand (Bildungsakademie der Gesundheit Nord, Bremen); Julia Schmidt und Stefanie Visel (Kuratorium Deutsche Altershilfe); Ann-Christin Wedeking (Leiterin Geschäftsstelle, Gütezeichen Faire Anwerbung Pflege Deutschland).

 

Nicht in Berlin dabei gewesen?


Wer nicht beim Deutschen Pflegetag dabei sein konnte und sich für das Gütezeichen „Faire Anwerbung Pflege Deutschland“ interessiert, dem sei unser digitaler Praxisdialog am 8. Dezember, 11 Uhr empfohlen.

Hier wird Ann-Christin Wedeking von der „Gütegemeinschaft  Anwerbung und Vermittlung von Pflegekräften aus dem Ausland e.V.“ insbesondere darauf eingehen, welche Verantwortung auf die Arbeitgebenden zukommt, was die Anforderungen aus dem Gütezeichen für die Pflegeeinrichtungen in der konkreten Praxis bedeuten und welche Vorteile die faire Anwerbung für Unternehmen und Pflegekräfte hat.

Der Auftritt des Pflegenetzwerks Deutschland auf dem Deutschen Pflegetag 2025 machte deutlich: Pflege ist vernetzt, engagiert und im Aufbruch. Wir haben uns sehr über den persönlichen Austausch sowie die vielen interessierten Anfragen am Stand und in den Praxisdialogen gefreut!