Der Deutsche Pflegetag gilt als die zentrale Veranstaltung für die Pflegebranche in Deutschland. Insgesamt rund 7.000 Besuchende wurden dieses Jahr bei der zweitägigen Veranstaltung gezählt. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Pflege und Gesellschaft diskutierten über aktuelle Trends für die Zukunft der Pflege. Veranstalterin ist die DPSG Deutscher Pflegetag Servicegesellschaft mbH gemeinsam mit dem Deutschen Pflegerat (DPR).

Auch das Pflegenetzwerk Deutschland war mit einem Stand im Ausstellungsbereich vertreten und hat mit der Aktion „Pflege hat’s drauf – sprechen wir drüber“ die Rolle einer wertschätzenden Kommunikation in den Fokus gerückt. Als Impuls dienten Erkenntnisse aus dem vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Projekt „Kompetenzkommunikation und Wertschätzung in der Pflege (KoWeP)“. Das Interesse an der Aktion war groß: Gemeinsam mit vielen beruflich Pflegenden haben wir uns darüber ausgetauscht, wie sie den Pflegeberuf wahrnehmen, welche Kompetenzen sie für wichtig erachten, und wie die konkreten Aufgaben abseits von Stereotypen und Vorurteilen aussehen. Kernaussagen wurden direkt am Stand mit einem Graphic Recording festgehalten. Warum ist pflegerisches Fachwissen genauso wichtig wie Humor und Empathie? Wie sehen beruflich Pflegende ihre Beziehung zum ärztlichen Personal? Und was sind konkrete Erfahrungen mit Wertschätzung in der Pflegepraxis? All das wurde intensiv am Stand diskutiert. (Erste Impressionen finden Sie hier: https://pflegenetzwerk-deutschland.de/pflegehatsdrauf )

Auch Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach war vor Ort beim Deutschen Pflegetag. „Die Pflege braucht mehr Spielraum. Damit machen wir den Beruf nicht nur attraktiver, wir nutzen auch die Kompetenzen der Pflegekräfte besser. Deswegen werden wir die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten der Pflege deutlich erweitern“, so der Minister. Er stellte den anwesenden Pflegekräften gesetzliche Regelungen zur Ausweitung ihrer Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten in Aussicht. An dem Gesetzentwurf werde gegenwärtig gearbeitet. Das Ziel sei demnach, Pflegefachkräften in Krankenhäusern und Pflegeheimen Aufgaben zu übertragen, die bislang nur Ärztinnen und Ärzte übernehmen dürfen. Er versicherte zudem, dass es möglich sei, die aktuellen Herausforderungen in der Pflege zu bewältigen. Dies werde aber nicht gelingen, "wenn wir den Beruf nicht aufwerten". Hierzu gehöre für ihn auch die Tonalität und wie über Pflege gesprochen werde.

Die Präsidentin des Deutschen Pflegerats (DPR), Christine Vogler, hatte zuvor ebenfalls die gesellschaftliche Bedeutung der Pflege und ihre Anerkennung hervorgehoben: "Wir sind existenziell wichtig, wir sind der Herzschlag der Pflege." Zudem forderte sie umfassende Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen. Dazu gehören aus Sicht des DPR auch mehr Befugnisse für Pflegefachkräfte, um ihren Beruf etwa bei der pflegerischen Diagnostik, Therapie und Betreuung souverän ausüben zu können: "So schaffen wir Perspektiven, mit denen wir Pflegefachpersonen im Beruf und in Deutschland halten können", so Christine Vogler auf dem Pflegetag 2023.