Abbildung einer Frau, die vor einem Computerbildschirm steht und ein Videogespräch mit einem Mann führt. Sprechblasen deuten auf ein Gespräch hin. Der Hintergrund zeigt abstrakte rote und orangefarbene Netzwerkgrafiken.

Staffler: „Pflege steht für gesellschaftlichen Zusammenhalt“

Zum Start der Veranstaltung stellte Frau Katrin Staffler MdB ihre Rolle als Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, ihre aktuellen Projekte und Vorhaben vor. „Als Pflegebevollmächtigte verstehe ich mich als Stimme der Pflegebedürftigen, Angehörigen und Pflegepersonen in der Bundesregierung und damit auch als Ansprechpartnerin für Vertreterinnen und Vertreter aus Praxis und Gesellschaft“, sagte sie. Deshalb sei es ihr ein Anliegen, die verschiedensten Perspektiven in der Pflege möglichst breit zu adressieren und in eine gute Pflegepolitik zu überführen. Im Praxisdialog ging sie auf die Frage ein, wie gute Arbeitsbedingungen in der Pflege nachhaltig gestärkt werden können.

„Wie kann eine gute, professionelle Pflege zukunftsfest aufgestellt werden? Wie können wir sicherstellen, dass wir auch pflegende Angehörige bestmöglich unterstützen? Wie können wir mit Blick auf die finanzpolitischen Herausforderungen das System Pflege aufrechterhalten und auch langfristig eine angemessene pflegerische Versorgung bereithalten? Das sind für mich zentrale Aspekte, die ich in meiner Funktion als Pflegebevollmächtige und Abgeordnete vorantreiben möchte“, so Katrin Staffler MdB. 
 

Erfahrungen aus dem GAP-Projekt

Ergänzend wurde eines ihrer Hauptprojekte – das Projekt „Gute Arbeitsbedingungen in der Pflege – GAP“ vorgestellt. Dörte Magens von der GAP-Geschäftsstelle erläuterte, wie sich ambulante und stationäre Einrichtungen konkret finanziell bei der Organisationsentwicklung oder der internen Kommunikation mit ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern unterstützen lassen können, welche Fördermodalitäten es gibt und wie bisherige Erfahrungen ganz konkret aussahen. Live zugeschaltet war Coachin Lisa Baumheier, die zusammen mit einer aktuell teilnehmenden stationären Einrichtung von ihrer Arbeit berichtete. Dörte Magens zeigte sich zufrieden mit der Umsetzung des Projekts: „Wir haben inzwischen einige Einrichtungen, die unser Angebot auch schon mehrfach wahrgenommen haben.“ Eine Teilnahme am GAP-Projekt ist weiterhin möglich – interessierte Einrichtungen können sich nach wie vor bewerben und die Förder- sowie Unterstützungsangebote nutzen.

Aktuelle Reformen im Fokus

Im weiteren Verlauf des Praxisdialogs ging es um aktuelle Vorhaben der Bundesregierung, etwa die Pflegereform und das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz. Katrin Staffler zeigte sich überzeugt, dass strukturelle Veränderungen dringend notwendig sind: „Ohne diese Reformen stehen uns in den kommenden Jahren Milliardendefizite bevor, die im schlimmsten Fall die Leistungsfähigkeit der sozialen Pflegeversicherung in Frage stellen. Das wollen und müssen wir verhindern. Deswegen sage ich: Ja, es geht darum, die Ausgabendynamik in den Griff zu bekommen, aber auch die Strukturen demografiefest und zeitgemäß aufzustellen. Das Ziel ist, die Zukunft der Versorgung aufrecht zu erhalten."

Gegenüber den beruflich Pflegenden sicherte sie zu, ihre Argumente und Belange mit in den weiteren politischen Diskurs zu nehmen. Auch darüber hinaus gehende Aspekte, wie eine Stärkung von Präventionsmaßnahmen in der häuslichen Pflege sowie eine Weiterentwicklung der generalistischen Ausbildung zur langfristigen Absicherung des Fachkräftemangels, wolle sie mit in ihre weitere Arbeit als Pflegebevollmächtigte nehmen. 

Jetzt teilnehmen!

Der Praxisdialog mit Katrin Staffler bildete den Startschuss für einen Fachdialog Pflege. Unter dem Dach des Pflegenetzwerks Deutschlands kommen Expertinnen und Experten sowie Akteurinnen und Akteure aus der Praxis zusammen, um zentrale Zukunftsfragen der Pflege zu diskutieren. Gemeinsam sollen Impulse für die Weiterentwicklung des Berufs gegeben werden. Bringen Sie Ihre Perspektiven ein, nehmen Sie Einblicke und Erfahrungen von anderen mit – und gestalten Sie den Austausch aktiv mit.

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