

Wie lassen sich Arbeitsbedingungen in der Pflege konkret verbessern – und zwar so, dass sie im Alltag spürbar entlasten? Diese Frage steht im Zentrum des Projekts GAP („Gute Arbeitsbedingungen in der Pflege zur Vereinbarkeit von Pflege, Familie und Beruf“) der Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, das im Rahmen eines Praxisdialogs zum Internationalen Tag der Pflegenden erneut in den Fokus gerückt war.
Dörte Magens von der Geschäftsstelle GAP hat das Projekt im Praxisdialog am Tag der Pflegenden vorgestellt und berichtete von den Erfahrungen der teilnehmenden Einrichtungen und Coaches. „Schauen wir auf die bisherigen Ergebnisse, sehen wir, dass der Bedarf in den Einrichtungen groß ist – und zugleich sehr konkret“, so Dörte Magens. Demnach nehmen bundesweit inzwischen rund 800 Einrichtungen am Projekt teil, mehr als 400 haben ihre Vorhaben bereits abgeschlossen. Im Mittelpunkt von GAP steht dabei ein strukturierter Coaching-Ansatz, der Einrichtungen dabei unterstützt, ihre individuellen Herausforderungen systematisch anzugehen und nachhaltige Lösungen zu entwickeln.
„Die Themen, die die Einrichtungen im Rahmen von GAP bearbeiten, sind vielfältig. Allerdings zeigen sich auch immer wieder einige Schwerpunkte“, so Magens weiter. Vor allem die Organisation von Arbeitszeit und Dienstplänen, eine klare Kommunikation im Team sowie Fragen des Qualifikationsmixes und der Aufgabenverteilung stünden verstärkt im Fokus. Auch Übergaben und Informationsflüsse spielen eine zentrale Rolle im Arbeitsalltag und werden häufig als Ansatzpunkte für Verbesserungen identifiziert.
Damit wird deutlich: Es geht weniger um abstrakte Konzepte als vielmehr um ganz konkrete Stellschrauben im Alltag – also genau dort, wo Arbeitsbedingungen konkret verbessert werden können.
Wie diese Verbesserungen aussehen können, zeigen zahlreiche Beispiele aus teilnehmenden Einrichtungen. So wurden etwa interne Kommunikationswege neu strukturiert, um Informationsverluste zu vermeiden – etwa durch digitale Tools, regelmäßige Updates oder niedrigschwellige Informationsangebote für Mitarbeitende.
Andere Einrichtungen haben ihre Dienstplanung grundlegend überarbeitet, Ausfallkonzepte entwickelt oder Pausenregelungen verbessert. Das Ergebnis: weniger kurzfristiges Einspringen, mehr Planungssicherheit und eine spürbar höhere Zufriedenheit im Team. Auch die Klärung von Rollen und Aufgaben – etwa im Hinblick auf den Qualifikationsmix – hat in vielen Projekten dazu beigetragen, Verantwortlichkeiten transparenter zu machen und Mitarbeitende gezielter einzubinden.
Die Geschäftsstellenleiterin weiter: „Ein zentraler Erfolgsfaktor des Projekts ist die individuelle Begleitung durch geschulte Coaches. Gemeinsam mit den Einrichtungen werden Bedarfe analysiert und passgenaue Maßnahmen entwickelt – auf Basis von inzwischen 25 erprobten Coaching-Themen.“ Ergänzt wird das durch eine attraktive Förderung: Einrichtungen können einen Großteil der Projektkosten über Mittel nach § 8 Abs. 7 SGB XI refinanzieren.
Wichtig: Eine Teilnahme am GAP-Projekt ist weiterhin möglich – interessierte Einrichtungen können sich nach wie vor bewerben und die Förder- sowie Unterstützungsangebote nutzen.
Neben den finanziellen Anreizen liegt der Mehrwert vor allem in der nachhaltigen Wirkung, unterstreicht Magens. Einrichtungen können eigene Problemlösungskompetenzen aufbauen, stärken ihre Führung und verbessern ihre Attraktivität als Arbeitgeber. Gleichzeitig entsteht ein Netzwerk, in dem Erfahrungen geteilt und weiterentwickelt werden können.