Illustration: Ein Mensch hält sich die Ohren zu, neben ihm schweben ein Smartphone, Sprechblasen und ein Herz

Wie macht sich eine Überlastung oder eine posttraumatische Belastungsstörung bei Pflegekräften bemerkbar? Diese Frage ist wichtig, um für Unterstützung zu sorgen. Hier finden Sie Anregungen.

In der Dynamik des Pflegealltags Überlastungen und posttraumatische Belastungsstörungen zu bemerken, ist gar nicht so einfach. Wer viele Aufgaben zu erledigen hat, schenkt den entsprechenden Anzeichen häufig nicht die notwendige Aufmerksamkeit. Dabei kommt es genau darauf an, um rechtzeitig entgegensteuern und die passende Unterstützung bieten zu können. Folgende Schritte sind dabei zu beachten:

  • Körperliche Symptome wahrnehmen: Schlafstörungen oder Schlaflosigkeit, Rücken-, Nacken- und Schulterschmerzen, Muskelverspannungen, Kopfschmerzen, Gewichtsschwankungen, Herzstechen, Hautprobleme und eine hohe Anfälligkeit für Erkältungen oder andere Infektionen – all das müssen nicht, können aber Anzeichen für eine Überlastung sein. Achten Sie auf sich sowie Ihre Kolleginnen und Kollegen. Hören Sie auf Ihren Körper und nehmen Sie seine Warnsignale ernst.
  • Psychische Symptome erkennen: Auch psychische Auffälligkeiten können Indiz für zu hohe Belastungen im Arbeitsalltag sein. Dazu gehören zum Beispiel Angstzustände, Depressionen, Stimmungsschwankungen, Nervosität, Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Wutgefühle, Verlustängste und Unzufriedenheit.
  • Verhalten im Blick behalten: Auch Verhaltensweisen spielen eine wichtige Rolle bei der Identifizierung von Überlastungen. Wirkt eine Person zum Beispiel oft verunsichert und zieht sich zurück? Beklagt sie sich häufig? Oder hat sie eine sehr negative Sichtweise auf Dinge?
  • Miteinander sprechen: Unterstützen Sie sich gegenseitig im Team. Sprechen Sie über Anzeichen für Überlastungen. Gehen Sie dabei aber behutsam vor. Es können immer auch andere, teilweise sehr persönliche Ursachen für die Symptome vorliegen. Der erste Schritt sollte deswegen ein Einzelgespräch mit der betroffenen Person sein.
  • Lösungen finden: Wenn Überlastungen erst einmal erkannt sind, können Sie leichter die Ursachen definieren und passende Lösungswege und Unterstützungsmöglichkeiten in Ihrer Pflegeeinrichtung etablieren. Scheuen Sie sich nicht, dafür auch externe Expertinnen und Experten hinzuzuholen, zum Beispiel in Form einer psychologischen Beratung. Das Thema anzugehen kommt am Ende allen zugute. Die Pflegekräfte können wieder mit mehr Kraft und Motivation ihrer Arbeit nachgehen. Und die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber schaffen gute Arbeitsbedingungen, die ihnen einen Vorteil im Wettbewerb um Fachkräfte bringen.

Weitere Informationen zum Thema Überlastungen finden Sie in unserer Linksammlung „Hilfsangebote in der Corona-Krise“.

Psychische Gesundheit