Illustration: Ein Laptop und ein Schriftstück

Was erleichtert die digitale Pflegedokumentation? Wo liegen die Probleme bei der täglichen Nutzung der Programme? Im digitalen Praxisdialog diskutierten Menschen aus der Pflege, Politik, Software-Entwicklung und Wissenschaft über die Vorteile sowie die Hürden bei der Nutzung von IT-Systemen für die Dokumentation.

Softwaregestützte Pflegedokumentation ist ein wichtiges Arbeitsmittel in der Pflege: Relevante Informationen wie Stammdaten, Diagnosen, Pflegeplanung und -maßnahmen, Veränderungen des Gesundheitszustands, ärztliche Verordnungen und Hilfsmittel werden hier systematisch dokumentiert. So können Kommunikations- und Abstimmungsprozesse verbessert werden – mit dem Ziel, pflegebedürftige Personen bestmöglich zu versorgen. Wie die digitale Pflegedokumentation noch besser werden und die Dokumentationsarbeit noch stärker erleichtert werden kann, dafür haben professionell Pflegende viele Ideen.

Im Praxisdialog konkretisierten Pflegekräfte ihre Herausforderungen in der Praxis – und sprachen auch über mögliche Lösungen.

  • Das übergeordnete Ziel digitaler Technik im Pflegebereich ist unstrittig: Sie soll die Pflegekräfte spürbar entlasten – zum Wohl der pflegebedürftigen Personen.
  • Dokumentationssysteme sollten dabei dem konkreten Bedarfen der Einrichtungen entsprechend anpassbar sein – statt so starr, dass sich am Ende die Praktikerinnen und Praktiker an die Software anpassen müssen.
  • Hard- und Softwarelösungen müssen leicht bedienbar sein, auf die Aufgaben im Pflegeumfeld bezogen ausgewählt werden und die Entwicklung eigener Gestaltungskompetenz ermöglichen – etwa durch Personalisierbarkeit oder an die Arbeitsabläufe angepasste Apps.
  • Digitale Dokumentation soll den nötigen Zeitaufwand minimieren und dabei fachliche Standards berücksichtigen, Rechtssicherheit garantieren sowie gebrauchstauglich sein.
  • Um die Akzeptanz der IT-Systeme durch die Pflegekräfte zu erhöhen, sollten sich die Hersteller vor allem auf eine verbesserte Nutzerfreundlichkeit fokussieren. Dabei ist insbesondere auf eine medienbruchfreie Organisation oder Integration der Systeme zu achten.
  • In die Entwicklung und Etablierung moderner Technologien zur Unterstützung ihrer Tätigkeit sollten Fachkräfte einbezogen werden – zum Beispiel durch Befragungen.
  • Wichtiger Knackpunkt: Wartung und Pflege des Systems sind essentiell

Vorschläge und Ideen

  • Einheitliche Sprache nutzen: Das führe zur Verbesserung der Kommunikation – auch für Nicht-Muttersprachler. Denkbar wäre etwa eine Kombination von kodierter Fachsprache und Freitext-Möglichkeit. Freitext ermögliche hierbei, konkrete Unterstützungsbedarfe abzubilden – etwa im Rahmen der Strukturierten Informationssammlung (SIS). Diese Kombination müsse letztlich sowohl die Versorgung sicherstellen (Übergaben, Einbindung von Leasingkräften) als auch das professionelle Handeln abbilden, etwa für die Überleitung ins Krankenhaus.
  • Kleine Lehreinheiten in die Programme integrieren: Damit können Pflegekräfte die Nutzung der Programme direkt im Programmumfeld erlernen.
  • Neben der Dokumentation können sich die Teilnehmenden auch andere digitale Anwendungen zur Unterstützung vorstellen, etwa ein Ad-hoc-Tool gegen Versorgungsengpässe: Hier würden freie Kurzzeitpflegeplätze sichtbar sein. Auch bei nächtlichem Notfallversorgungsbedarf könnten so – gemeinsam mit Krankenhäusern und auch Fahrdiensten – schneller Lösungen gefunden werden. Im Pflegereform-Gesetz ist eine Internetplattform zur Darstellung freier Plätze in Pflegeeinrichtungen angedacht.