Der Film nähert sich den Protagonisten mit einer beobachtenden Perspektive. Er begleitet und porträtiert vier Menschen in ihrem täglichen Bemühen, Menschen von ihrer Geburt bis zum Tod zu betreuen. Dabei wird dem Betrachter Einiges zugemutet, die Dokumentation ist nah am Alltag dran, ohne zu werten und zu kommentieren. „Wir wollten mit unserer Dokumentation den Kreislauf des Lebens in seiner gesamten Spanne zeigen und dem Publikum dabei helfen, sich selbst ein Bild zu machen“, sagt Stephan Witthöft von der Erfurter Produktionsfirma SALVEMEDIA, Regisseur des Films. Gleichzeitig gibt es lyrisch-musische und künstlerische Elemente. Die Zuschauer sind nicht nur nah an denen, die professionell als Pflegefachkraft, als Ärztin oder Hebamme aktiv sind, sondern nimmt auch die Perspektiven der Pflegebedürftigen mit auf. Ganz unaufgeregt werden so die vielen alltäglichen emotionalen Achterbahnfahrten erlebbar, die eine Arbeit mit und für Menschen mit Pflegebedarf mit sich bringt.

„Die Dokumentation zeigt auf eindrückliche Weise, mit wieviel Herzblut viele Menschen in der Gesundheitsversorgung tätig sind“, sagt Dr. Antje Draheim, Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit. „Einblicke wie diese sind wichtig, um zu zeigen, dass die Arbeit mit kranken und pflegebedürftigen Menschen sehr sinnstiftend und für viele deutlich mehr als einfach nur ein Job ist. Für mich ist das auch ein guter Anlass, beruflich Pflegende dazu zu ermutigen, mehr und öfter über ihre Arbeit und ihren Beruf zu sprechen und anderen mitzuteilen, was er für sie bedeutet. Ganz im Sinne unserer neuen Aktion Pflege hat’s drauf – sprechen wir drüber.“

Die Dokumentation „Who cares“ ist 2022 als Kooperationsprojekt mit der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) Thüringen entstanden, die Aufnahmen wurden in Thüringer Einrichtungen vorgenommen. Im Februar 2023 ist der Film zum ersten Mal einem breiten Publikum vorgestellt worden. Im Mai wurde er mit dem Preis „Best Feature Documentary“ beim Courage Film Festival 2023 in Berlin ausgezeichnet.

Die Suche nach geeigneten Protagonisten war herausfordernd, erinnert sich Witthöft: „Menschen zu finden, die uns nicht nur nah heranlassen, sondern uns auch an ihren Gedanken und der Motivation hinter der Arbeit teilhaben lassen, war nicht einfach.“ Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund freut es Produzent Mirko Hempel, FES-Landesbüroleiter in Thüringen, wie gut die Filmvorführungen angenommen werden, die das Team seit der Premiere im Februar in den letzten Monaten an verschiedenen Standorten in Deutschland angeboten hat. „Wir sind überrascht, wie viele Menschen – auch ohne Bezug zum Gesundheitswesen – sich mit dem Thema in ihrer Freizeit beschäftigen wollen.“ Ebenso sei überraschend für ihn gewesen, wie sehr sich die Debatte über die Pflege in den letzten Monaten auch verlagert hat. „Gerade von den beruflich Pflegenden ist zu hören: Lasst uns nicht nur nach Unterstützung aus der Politik rufen, sondern über die wertschätzende Arbeit reden, die wir hier tagtäglich übernehmen. Nur so wird es uns gelingen, auch in Zukunft genügend Menschen zu überzeugen, genau diese Arbeit zu tun“, berichtet Hempel.

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