Fachdialog Pflege

Pflege und Kompetenzen: Weiterentwicklung und Stärkung der Pflegeberufe

Die Pflege steht vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits steigt die Zahl der Menschen mit Unterstützungs- und Pflegebedarf kontinuierlich an. Andererseits müssen Fachkräfte gezielt entlastet und ihre Kompetenzen besser genutzt werden. Dr. Martin Schölkopf, Abteilungsleiter im Bundesgesundheitsministerium, hob im dritten Fachdialog des Pflegenetzwerks Deutschland die Weiterentwicklung der Pflegeberufe als zentralen Baustein einer zukunftsfähigen Versorgung hervor.

Im Fachdialog „Gute Arbeit möglich machen und eine gute Versorgung sicherstellen“ des Pflegenetzwerks Deutschland machte Dr. Martin Schölkopf, Leiter der Abteilung 4, Pflegeversicherung, Fachkräftesicherung, Recht der Heilberufe im Bundesministerium für Gesundheit (BMG) deutlich, dass eine gute Versorgung künftig nur gelingen kann, wenn Pflegefachpersonen entsprechend ihrer Qualifikation eingesetzt werden und neue berufliche Entwicklungsmöglichkeiten entstehen.

“Das Ziel in der Pflege und bezogen auf die Pflegeberufe ist eine umfassende Modernisierung und Attraktivitätssteigerung auf allen Qualifikationsstufen.”
Dr. Martin Schölkopf, Leiter der Abteilung 4 „Pflegeversicherung, Fachkräftesicherung, Recht der Heilberufe“ im Bundesministerium für Gesundheit

Ein gemeinsames Ziel: Mehr Verantwortung, mehr Entwicklungsmöglichkeiten

Nach Einschätzung des Bundesministeriums für Gesundheit wurden in den vergangenen Jahren bereits wichtige Schritte eingeleitet, um die Attraktivität der Pflegeberufe zu stärken. Die bisherigen wichtigsten gesetzlichen Entwicklungen bauen dabei aufeinander auf: 

  • Einführung der generalistischen Pflegeausbildung
  • bundesweit einheitliche Pflegefachassistenz-Ausbildung
  • Erweiterung heilkundlicher Kompetenzen für akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen
  • neue Befugnisse für beruflich und akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen
  • geplante Weiterentwicklung der Advanced Practice Nursing (APN)

Aufzeichnung

Hier geht's zur Aufzeichnung des Fachdialogs. 

Überblick zu den gesetzlichen Weiterentwicklungen und Stärkungen der Pflegeberufe

Pflegefachassistenz: Einheitliche Ausbildung schafft neue Möglichkeiten

Mit dem Pflegefachassistenzgesetz im Jahr 2025 wurde erstmals eine bundesweit einheitliche Ausbildung für die Pflegefachassistenz geschaffen. 

Zuvor existierten in den Ländern unterschiedliche Ausbildungsmodelle mit verschiedenen Ausbildungsdauern und Kompetenzprofilen. Die neue Ausbildung soll mehr Vergleichbarkeit schaffen und zugleich die Zusammenarbeit in den Teams erleichtern. 

Weiterführende Infos:
Pflegefachassistenzgesetz (PflFAssG) 

 

Akademisierung der Pflege wird weiter ausgebaut

Mit dem Pflegestudiumstärkungsgesetz wurde eine angemessene Vergütung für die Dauer des Studiums eingeführt und der Erwerb von heilkundlichen Kompetenzen in der hochschulischen Pflegeausbildung vorgesehen. 

Bachelorabsolventinnen und -absolventen können heute bereits in der hochschulischen Pflegeausbildung heilkundliche Kompetenzen erwerben, etwa in den Bereichen:

  • Diabetesversorgung
  • Wundmanagement
  • Demenzversorgung 

Damit verbunden ist das Ziel, pflegerische Expertise stärker für die direkte Versorgung nutzbar zu machen. 

Weitereführende Infos:
Pflegestudiumstärkungsgesetz (PflStudStG) 

BEEP: Mehr Befugnisse für Pflegefachpersonen

Ein weiterer wichtiger Schritt ist das Gesetz zur Einführung erweiterter Befugnisse für Pflegefachpersonen (BEEP). 

Ziel ist es, beruflich und akademisch qualifizierten Pflegefachpersonen mehr eigenverantwortliches Handeln zu ermöglichen. Künftig sollen sie bestimmte Leistungen, die bislang Ärztinnen und Ärzten vorbehalten waren, im Rahmen ihrer Kompetenzen eigenverantwortlich erbringen können. Dazu zählen unter anderem ausgewählte Folge-Verordnungen in der häuslichen Krankenpflege sowie weitere Leistungen, die bislang Ärztinnen und Ärzten vorbehalten waren. 
Nach Einschätzung von Dr. Martin Schölkopf kann dies nicht nur die Versorgung verbessern, sondern auch Bürokratie abbauen, die Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen erleichtern und den Pflegeberuf attraktiver machen.

Weitereführende Infos zum Gesetz:
BEEP
 

Nächster Schritt: Einführung des Berufsbildes eines Advanced Practice Nurse

Wie Dr. Martin Schölkopf im Fachdialog erläuterte, arbeitet das Bundesministerium für Gesundheit aktuell an einem Gesetzesvorhaben für hochschulisch qualifizierte Pflegefachpersonen mit Masterabschluss.

Das geplante APN-Gesetz (Arbeitstitel) soll bundeseinheitliche Regelungen für den Berufszugang, die Mindestanforderung an das Studium und darauf aufbauende Befugnisse in der Versorgung schaffen.

„Das Ziel in der Pflege und bezogen auf die Pflegeberufe ist eine umfassende Modernisierung und Attraktivitätssteigerung auf allen Qualifikationsstufen“, fasste Dr, Martin Schölkopf im Fachdialog zusammen. Denn ausreichend professionelle Pflegekräfte in verschiedenen Qualifikationsstufen seien eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Versorgung geleistet werden kann.

Weitere Informationen im Pflegenetzwerk Deutschland

Der Fachdialog „Gute Arbeit möglich machen und eine gute Versorgung sicherstellen“ war Teil einer dreiteiligen Reihe zu den Zukunftsfragen der Pflege. Weitere Hintergründe finden Sie auch in den Rückblicken zu den anderen Fachdialogen:

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