Pflegenetzwerke gewährleisten und verbessern die Versorgung von pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen. Um sie zu etablieren, braucht es den Austausch zwischen allen an der Pflege Beteiligten, Geduld, Vertrauen, aber auch finanzielle Mittel. Netzwerkmitglieder teilen ihre Tipps zum Aufbau und zur Förderung.

Mit der Finanzierung steht oder fällt der erfolgreiche und vor allem nachhaltige Betrieb eines regionalen Pflegenetzwerks. Netzwerkverantwortliche sollten sich daher gründlich über die Möglichkeiten der Finanzierung informieren, um die Grundlage für eine nachhaltige Finanzierung zu schaffen. Für den Verbund ist es enorm wichtig, stets zahlungsfähig und finanziell flexibel zu sein, um Angebote auch umsetzen zu können.

Ein starkes regionales Netzwerk – bestehend aus Mitarbeitenden von Pflegeanbietern, Pflegekassen, der lokalen Verwaltungen unter Einbindung von Hausärztinnen und Hausärzten, Ehrenamtlichen und anderen Interessierten – kann die Arbeit in der Pflege und die Versorgung vor Ort verbessern. Für den Aufbau eines solchen Netzwerkes sind zeitliche und finanzielle Ressourcen notwendig, weiß Johanna Gernentz aus eigener Erfahrung. Sie ist Projektleiterin im Gerontopsychiatrisch-Geriatrischen Verbund Charlottenburg-Wilmersdorf e.V. in Berlin: „Es lohnt sich, in eine Leitung oder hauptamtliche Netzwerkkoordination zu investieren“, sagt sie. Diese sei unbedingt empfehlenswert, um die Prozessschritte zu koordinieren, das Netzwerk zum Laufen zu bringen und kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Netzwerk langfristig am Leben halten

Anke Klare vom „Netzwerk Miteinander“ in Warstein empfiehlt, aktiv auf Hausärztinnen und Hausärzte zuzugehen: „Helfen können zum Beispiel Flyer oder Mund-zu-Mund-Propaganda, um die relevanten Mitglieder zu gewinnen und das Netzwerk bekannt zu machen“, sagt sie. Wichtig für den Erfolg sind zwei weitere Faktoren, so Gernentz. „Zum einen hängt die Attraktivität eines Netzwerks wesentlich von seinem Output ab, zum anderen macht Netzwerkpflege viel Arbeit. Die muss irgendjemand machen – und das kostet Geld.“ Eine nachhaltig wirksame Netzwerkarbeit braucht Planbarkeit, das heißt: gesicherte Strukturen. Für Anke Klare sind Fördermittel der Pflegekassen und lokaler Allianzen (siehe Infokasten unten) eine Möglichkeit. Auch der Bezirk oder die Kommune kommen als Träger eines Netzwerkes in Frage – zum Beispiel wird das Netzwerk Gerontopsychiatrische Vernetzung in der Region Main-Rhön durch den Bezirk Unterfranken gefördert. Einig sind sich am Ende alle: Es braucht Sach- und Finanzmittel – und dafür auch die Unterstützung von außen.

Output erreichen: Fortbildungen anbieten, Vertrauen schaffen

Aus Sicht von Karin Steininger-Manske, Projektleitung der Gerontopsychiatrischen Vernetzung in der Region Main-Rhön, könnten Fortbildungen mit Zertifizierungen ein Schritt sein, um die Attraktivität des Netzwerks zu steigern. In jedem Fall müsse Vertrauen zwischen allen Netzwerkmitgliedern bestehen. „Der Förderung der Beziehungsqualität innerhalb des Netzwerkes kommt dabei eine hohe Bedeutung zu. Es braucht Gelegenheiten zum Kennenlernen, für den Austausch und das Entwickeln gemeinsamer Vorhaben.“ ergänzt Gernentz. Insbesondere ein gutes Miteinander, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, sich einzubringen seien wesentlich für die Qualität der Netzwerkarbeit.

Weitere Tipps hält der Flyer zum Aufbau von lokalen Netzwerken bereit.

Für starke Netzwerke

Um die regionale Zusammenarbeit in der Versorgung pflegebedürftiger Menschen zu unterstützen, fördern die soziale und die private Pflegeversicherung selbstorganisierte, regionale Pflegenetzwerke. Weitere Informationen zur Finanzierung dazu finden Sie im Schwerpunkt „Förderprogramme“.