Illustration eines Megafons und eines Fähnchens

Eine übergeordnete Interessenvertretung für die Pflege ist für viele längst überfällig. Mitglieder des Pflegenetzwerks erzählen, warum sie die Selbstorganisation der Profession stärken müssen.

„Wir brauchen in der Pflege einen Empowerment-Prozess, der über die Problemanalyse hinaus geht und mehr auf die Lösungen schaut. Wenn man diesen Schritt geht, dann wird es auch aus der Alltagspraxis heraus mehr Möglichkeiten für Veränderung geben.“

Johanna, Projektleiterin eines Gerontopsychiatrisch-Geriatrischen Verbunds

„Es ist essenziell, dass die Berufsgruppe ihre Macht spürt und deutlich macht. Das geht tatsächlich nur über Organisation. Die Pflegefachpersonen in Deutschland müssen in allen Gremien sitzen, in denen über sie entschieden wird. Und das ist bisher nicht der Fall.“

Jens Kaffenberger, Geschäftsführer Bundespflegekammer

„Wir brauchen Autonomie, wir brauchen Selbstbestimmung, wir sind keine Assistent*innen. Wir reagieren zu viel und agieren zu wenig. Wir brauchen mehr Aufklärung, mehr Unterstützung, und da begrüße ich auch das Kammersystem. Da wird man im Hauptamt tätig, nicht im Ehrenamt. Und:Wir müssen Berufspolitik leben und nicht erzählen. Ich kann meinen Auszubildenden nicht sagen: ‚Verändere du mal die Welt‘. Wir sind jetzt dran, wir müssen verändern. Und diesen Geist in der Ausbildung vermitteln.“

Anke, Leiterin praktische Ausbildung für Gesundheitsfachberufe

„Grundsätzlich finde ich, dass die Pflege erstmal an ihrem vielzitierten Mindset arbeiten muss. Das heißt: sich selbstbewusst nach außen zeigen. Das schlägt sich dann auch politisch nieder.“

Angelika, Diplom-Pädagogin und Coach

Sich für Pflege stark machen

Um Arbeitsbedingungen zu verbessern, müssen Pflegekräfte ihre eigenen Interessen auch politisch besser vertreten. Davon ist auch Stationsleiter Michael Schneider überzeugt. Er setzt sich dafür ein, das berufspolitische Bewusstsein zu fördern.