Illustration: Ein Smartphone, daneben die Logos mehrer sozialer Netzwerke.

Viele Pflegekräfte berichten in den sozialen Medien von ihrem beruflichen Alltag. Auch Pflegeeinrichtungen nutzen vermehrt diese Kanäle. Wie können Beiträge auf Instagram, Youtube und Co. helfen, ein positives Bild der Pflege in die Öffentlichkeit zu tragen?

Die Pro-7-Sendung „Pflege ist #NichtSelbstverständlich“ hat mit großer Wirkung gezeigt, welche wichtige Rolle die sozialen Medien spielen, um das Thema Pflege in die Öffentlichkeit zu tragen. Dafür braucht es nicht immer die große Fernsehsendung. Jede Einrichtung und jede Pflegekraft kann selbst aktiv werden. In einem Praxisdialog haben Netzwerkmitglieder zusammen mit dem Altenpfleger und Filmemacher Tobias Plonka eine Checkliste erstellt, worauf es bei der Kommunikation in den sozialen Medien ankommt.

  • Passendes Equipment wählen: Um qualitativ gute Bilder oder Videos aufzunehmen, reicht häufig schon die Handykamera. Mit einem externen Mikro lässt sich die Tonqualität verbessern. Ein Stativ hilft, Bildwackeln zu vermeiden.
  • Fähigkeiten der Mitarbeitenden nutzen: Schauen Sie bei sich in der Einrichtung, wer schon Berührungspunkte zu den sozialen Medien hat. Wenn Sie Ihre Mitarbeitenden mitnehmen und sie zusammen Inhalte produzieren, entsteht ganz automatisch ein gemeinsames Projekt und ein „Wir“. Das wirkt sich auch auf die Inhalte aus: Sie geben einen guten Gesamteindruck von allen Aspekten des Pflegealltags.
  • Zielgruppen definieren: Überlegen Sie sich im Vorfeld, wen Sie ansprechen wollen, wen Sie überhaupt erreichen können, wie Sie die gewünschte Zielgruppe erreichen und wem Sie mit Ihren Inhalten gegebenenfalls auch auf den Schlips treten können. Die sozialen Medien sind eine Austauschplattform. Es können ruhig Diskussionen durch Ihre Beiträge entstehen. Aber Sie sollten darauf vorbereitet sein.
  • Richtige Kanäle wählen: Nicht jeder Social-Media-Kanal eignet sich für jede Zielgruppe und jedes Beitragsformat gleich gut. Überlegen Sie sich im Vorfeld, wen Sie erreichen möchten, welche Art von Inhalten Sie vorwiegend planen und welche Fähigkeiten Sie und Ihre Mitarbeitenden mitbringen. Die Erfahrungen aus dem Netzwerk zeigen beispielsweise, dass unterhaltsame Videos besser bei Instagram funktionieren, stärker inhaltlich geprägte Filme hingegen bei YouTube.
  • Spannende und authentische Inhalte produzieren: Gestalten Sie Ihre Inhalte möglichst facettenreich und interessant. Suchen Sie sich thematisch eine bestimmte Nische und somit ein Alleinstellungsmerkmal für Ihren Kanal. Ein Beispiel: Anleitungsfilme und Tipps für Auszubildende, mit denen sie gut durch die Lehrjahre kommen. Lassen Sie Ihre Mitarbeitenden kreative Ideen entwickeln und trauen Sie sich, diese auch umzusetzen. Sprechen Sie mit Ihren Inhalten ruhig auch Missstände an. Das gehört zu einem transparenten Gesamtbild der Pflege dazu. Die Benennung von Missständen sollte aber immer mit der Thematisierung von möglichen Lösungsansätzen verknüpft sein.
  • Regelmäßig berichten: Das Internet und vor allem die sozialen Medien sind schnelllebig. Wer nicht mehrmals die Woche Inhalte veröffentlicht, gerät schnell in Vergessenheit.
  • Redaktionsplan erstellen: Ein Redaktionsplan hilft, die Übersicht über die Regelmäßigkeit und den Abwechslungsreichtum der Inhalte zu behalten. Außerdem können Sie vorab im Team besprechen, welche Inhalte Sie für geeignet halten und welche eher nicht. Schließlich sollen alle hinter dem Social-Media-Kanal stehen können. Überlegen Sie sich zum Beispiel gemeinsam, ob Sie Patientinnen und Patienten in Ihre Beiträge einbinden möchten und wie Sie in diesem Fall sensibel mit deren Wünschen und persönlichen Daten umgehen.
  • Community-Management einplanen: Die sozialen Medien sind kein einseitiger Kommunikationskanal. Nutzen Sie die Möglichkeiten der Interaktion, um mit Ihrer Zielgruppe in Austausch zu treten. Dabei wird es auch Kritik geben. Stellen Sie sich darauf ein und nehmen Sie auch negative Kommentare ernst. Sie können ihnen zum Beispiel mit Lösungsansätzen begegnen.
  • Darauf sollten Sie achten: Die wichtigste Währung in den sozialen Netzwerken ist Authentizität. Versuchen Sie nicht, sich zu verstellen und eine bestimmte Rolle auszufüllen – das merken die Zuschauerinnen und Zuschauer sofort. Sie sollten außerdem vermeiden, mit zu hoch gesteckten Zielen zu starten. 1.000 Abonnentinnen und Abonnenten werden Sie während Ihres ersten Monats wohl nicht erreichen – egal, wie hochwertig Ihr Content ist. Der Aufbau eines erfolgreichen Kanals ist ein langwieriger Prozess. Daher gilt: Haben Sie Spaß an Ihrem Social-Media-Projekt und betrachten Sie es als Hobby. Gehen Sie die Sache locker an und vertrauen Sie auf ein gesundes organisches Wachstum.

„Du zeigst, was unseren Beruf ausmacht!“

Mit der Kampagne „MarcCareLove – Der beste Job der Welt“ hat sich Marc Bennerscheidt zum Ziel gesetzt, den Pflegeberuf aus einer positiven Perspektive zu zeigen. Wir haben ihn gefragt, wie die Umsetzung läuft.