Illustration: Drei Personen stehen vor einer Weltkugel

Der Bedarf von Menschen mit Migrationsgeschichte und Demenz nach Information, Beratung und Versorgung wächst. Wie können sich Pflegeeinrichtungen und -dienste darauf einstellen? Zudem stellt sich die Frage, wie sie sich auch kultursensibel aufstellen können?

Die besondere Belastungssituation von Menschen mit Migrationsgeschichte anerkennen, die eigenen Einstellungen hinterfragen und Neugier für kulturelle Besonderheiten zeigen – das sind wichtige Aspekte von Kultursensibilität. Das Projekt „Demenz und Migration“ der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz will dafür sensibilisieren. Auf der dazugehörigen Website werden zudem relevante muttersprachliche Informationen rund um das Thema Demenz bereitgestellt und Beratungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Wie können sich Pflegeeinrichtungen und -dienste kultursensibel aufstellen? Hier einige Erfahrungen aus dem Projekt:

  • Vielfalt im Team: Teams, in denen Mitarbeitende mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen arbeiten, verfügen über ein größeres kulturelles Wissen. Darin besteht eine große Chance, voneinander zu lernen, kulturelle Bedürfnisse von pflegebedürftigen Personen besser zu verstehen und eigene Vorurteile schneller zu erkennen und abzubauen.  
  • Mehrsprachigkeit: Sprache ist ein wichtiger Aspekt der Identität. Selbst wenn Pflegebedürftige früher gut Deutsch gesprochen haben, kann das Sprachverständnis durch Erkrankungen wie eine Demenz verloren gehen. Außerdem fällt es Angehörigen und Pflegebedürftigen oft leichter, über intime oder belastende Themen mit jemandem zu reden, die oder der die eigene Muttersprache spricht oder selber einen entsprechenden Hintergrund hat.
  • Kultur: Es kann den Heimalltag bereichern, wenn die verschiedenen Bräuche und Rituale der Bewohnerinnen und Bewohner weiter gepflegt werden. Warum nicht einmal ein Zuckerfest feiern? Oder zu einem italienischen Abendessen einladen?
  • Fortbildungen: Sich gemeinsam im Team oder mit anderen auszutauschen, beispielsweise über eigene Gewohnheiten, Werte, Lebensstile, stärkt den Teamgeist und die interkulturelle Kompetenz.  
  • Geh-Struktur: Angehörige und Pflegebedürftige wissen meist sehr gut, was sie benötigen und was auf keinen Fall passieren sollte. Diese Informationen teilen sie jedoch oft nur, wenn sie Zuwendung erfahren und gefragt werden – mit Geduld und Empathie. Das spart letztendlich viel Zeit, weil Missverständnisse gar nicht erst aufkommen können. Hilfreich können dabei Dienste sein, die dolmetschen, wie zum Beispiel die Brückenbauer:innen. Außerdem lohnt es sich, Kontakt aufzunehmen zu migrantischen Organisationen und Vereinen vor Ort, um mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website demenz-und-migration.de.

Pflegequalität Zusammenarbeit im Team