

Wenn es nach der Zeit der Anwerbung, Organisation und des Dokumentenmanagements möglich ist, die Reise zu buchen und damit das genaue Einreisedatum der angeworbenen neuen Mitarbeiter:innen feststeht, beginnt die nächste Phase der Vorbereitungen. Nun können das Ankommen und die ersten Tage in Deutschland abgestimmt und geplant werden. Idealerweise ist bereits ein engmaschiger und vertrauensvoller Kontakt aufgebaut worden. So konnten viele Absprachen darüber, was in den ersten Tagen, Wochen und Monaten geschehen soll, geplant werden.
Für die neuen Mitarbeitende eines Unternehmens sind die ersten Tage nach der Einreise eine besondere und oft emotional wichtige Zeit, von der meist ein Leben lang berichtet wird. Und auch für das Unternehmen sind es symbolträchtige Tage, die gut vorbereitet sein wollen.
Bei der Ankunft
Vielen Unternehmen und Personalvermittlungsdienstleister:innen ist es wichtig die neuen Mitarbeiter:innen bei ihrer Ankunft in Deutschland persönlich zu empfangen. Dazu findet sich eine Delegation am Flughafen oder (Bus-)Bahnhof ein, begrüßt die Ankommenden und bringt sie zu ihrer ersten Unterkunft. Wie lange und umfassend solch ein Begrüßungskomitee nach der Ankunft gestaltet werden kann, sollte sich unbedingt an den Wünschen und Bedürfnissen der Ankommenden ausrichten.
Im Unternehmen
Ein gelungener Start in den ersten Arbeitstag wird idealerweise durch eine offizielle Begrüßung eingeleitet. Jedes Unternehmen kann hier eine eigene persönliche Note setzen und sich auf gewünschte Weise den neuen Mitarbeiter:innen gegenüber präsentieren. Die neuen Mitarbeitenden sollten sowohl im Kolleg:innenkreis als auch im Kontext von Pflegeeinrichtungen den Bewohner:innen kurz vorgestellt werden. Außerdem ist es sinnvoll sich Gedanken über die Berufsbezeichnung der neuen Kolleg:innen zu machen und die Fachkräfte auch als solche vorzustellen und offiziell so zu benennen. „Pflegefachkraft in Anerkennung“ ist hier ein wertschätzender und kompetenzorientierter Begriff. Die Pflegekammer NRW hat hierzu eine Stellungnahme verfasst. Diese finden Sie hier.
Im Privaten
Möglicherweise findet sich aus dem Unternehmen ein freiwilliger Kreis von Mitarbeiter:innen, der für die ersten Tage ein paar gemeinsame Unternehmungen anbietet bzw. organisiert. Auch können schon Kontakte zu anderen Organisationen angeboten werden: zu Glaubensgemeinschaften, Sportvereinen oder anderen Interessengemeinschaften. Das bietet den Ankommenden die Möglichkeit schnell ein soziales Netzwerk aufzubauen, unabhängig vom Arbeitsplatz.
Insbesondere die ersten Tage und Wochen nach der Einreise erfordern ein großes Talent für Organisation und gute Teamarbeit. Denn nach der Einreise ist es Ziel, die international angeworbenen Mitarbeiter:innen möglichst schnell und unterstützend bis zur Berufsanerkennung und -ausübungserlaubnis als Pflegefachperson zu begleiten. Dazu muss einiges gleichzeitig balanciert werden.
Hier empfiehlt es sich, dass Integrationsmanager:innen den Ablauf im Blick haben bzw. einen Übersichtsplan koordinieren, der verschiedene Punkte miteinander verzahnt. So beispielsweise sowohl Zeit für privates Ankommen, Erholung und die Orientierung mit betrieblichen Verpflichtungen, als auch Zeit für die Einarbeitung, das geplante Anerkennungsverfahren und noch offenen Aufgaben im Relocation Management. Gleichzeitig kann es passieren, dass langfristig gemachte Pläne für diese Zeit nicht eingehalten werden können. Um von dieser Spontanität nicht überwältigt zu werden, lohnt es sich schon vorab ein paar Alternativen durchdacht zu haben.
Auch wenn die erste Zeit am neuen Arbeitsplatz durch zahlreiche wichtige Termine geprägt ist, sollte stets berücksichtigt werden, dass neu eingetroffene Mitarbeiter:innen nicht überfordert werden. Ein internationaler Umzug, der unmittelbar in einen Arbeitsbeginn mündet und zugleich mit Anforderungen wie dem Anerkennungsverfahren, fachlichem Lernen und dem Erlernen der deutschen Sprache verbunden ist, stellt eine erhebliche Belastung dar – eine Herausforderung, die individuell sehr unterschiedlich empfunden und bewältigt wird. Die wahrscheinlich zielführendste Herangehensweise besteht daher in einer kontinuierlichen, wertschätzenden Abstimmung mit den betreffenden Mitarbeitenden. So können Entscheidungen gemeinsam entwickelt, abgestimmt und verantwortungsvoll mitgetragen werden.
Egal ob Facebook, Instagram oder LinkedIn – eine Präsenz in den Sozialen Medien ist für international Pflegefachpersonen anwerbende Unternehmen eine gute Idee.
Soziale Medien sind zeitgemäße Kommunikationsplattformen und zur authentischen Darstellung der eigenen Arbeitgebendenattraktivität mittlerweile quasi unverzichtbar. Dabei haben die Unternehmen es selbst in der Hand, welche Plattformen sie bespielen, mit welchen Inhalten sie sich darstellen und wie sie in die Kommunikation mit den User:innen treten wollen.
International ausgebildete Pflegefachpersonen begrüßen es, wenn sie sich über eine Social Media Präsenz schon vor Anwerbung einen Eindruck von ihrer möglichen neuen Arbeitgeber:in und dem Arbeitsplatz in Deutschland machen können. Gleichzeitig bieten Auftritte in den Sozialen Medien Möglichkeiten aufzuzeigen, wie das betriebliche Integrationskonzept mit Leben gefüllt wird; vom Anwerbeprozess im Ausland, über die Einreise, das Anerkennungsverfahren und bei der Einarbeitung ergeben sich viele Möglichkeiten Content zu erstellen. Zudem sind Präsenzen in den Sozialen Medien eine niedrigschwellige Kommunikationsmöglichkeit – im Chat, in Kommentaren und persönlichen Nachrichten haben die angestellten Pflegefachpersonen die Chance, den Austausch zu suchen.
Eine Orientierung und hilfreiche Handreichung in Form einer Willkommensmappe, in der die wichtigsten Informationen zum Unternehmen aber insbesondere auch zum Alltagsleben in Deutschland und regionsspezifischen Besonderheiten beinhaltet sind, bietet den Neuankommenden ein wichtiges Nachschlagewerk.
Informationen zum Unternehmen und dem Arbeitsablauf
z.B. Begrüßungsschreiben der Unternehmensleitung, allgemeine Informationen zum Unternehmen und der Unternehmenskultur, Unternehmensrichtlinien besonders zu Gesundheit und Sicherheit, Verhaltensregeln, Arbeitszeiten, Urlaubsregelungen (die sich ggf. von Regelungen im Herkunftsland unterscheiden), Arbeitsunfähigkeitsmeldung, Kontakte, Zugangsdaten, Termine
Informationen zum Leben in Deutschland
z.B. Ämter und Behörden, Versicherungen, Gesundheitssystem, Sozialsystem, Banken, Steuern, Beratungsstellen, Wohnungssuche, Kinderbetreuung und Schule
Informationen zur Region
z.B. ärztliche Versorgung, Einkaufsmöglichkeiten, Mobilität, lokate Sport-, Kultur- und Freizeitangebote, Vereine und Glaubensgemeinschaften
Make it in Germany: Vorlage für eine Willkommensmappe
Hier finden Sie eine individualisierbare Vorlage für eine Willkommensmappe für neu zugewanderte Mitarbeitende in Deutsch, in Englisch und eine Anleitung zum Ausfüllen
Lassen Sie die neu Eintreffenden bei der Ankunft und in den ersten Tagen nicht allein. Überlegen Sie, wie Sie diese unterstützen können und bieten Sie es einfach mal an. Nehmen Sie auch die Reaktion der neu gewonnen Mitarbeitenden wahr, fragen Sie nach ihren Wünschen und stimmen Sie gemeinsam einen Plan für die ersten Tage ab.
Bei den Vorabsprachen mit den künftigen Mitarbeiter:innen lohnt es sich in die Details zu gehen, um Missverständnisse aufzufangen: ein Empfang ist nicht gewünscht? Wie sieht es aber mit einem Transfer vom Ort der Ankunft zum Hotel bzw. zur Wohnung aus?
Wer eine lange Reise hinter sich hat, ist in der Regel hungrig, durstig und müde. Zeit oder Energie für große Einkäufe nach Stunden der Anreise sind unbequem und zu gewissen Zeiten sogar fast unmöglich. Entgegenkommend ist es da, wenn Sie als aufnehmendes Unternehmen eine Erstverpflegung sicherstellen können. Alternativ können Sie auf die umliegende Infrastruktur verweisen, damit sich die Einreisenden unkompliziert selbst versorgen kann.
Geben Sie neuen Mitarbeiter:innen einen offiziellen und herzlichen Empfang am ersten Tag im Unternehmen. Eine Vorstellungsrunde stellt hier einen schönen Auftakt für die künftige Zusammenarbeit dar. Beziehen Sie die Kolleg:innen mit ein und greifen Sie Rituale auf, die in Ihrem Unternehmen gepflegt werden.
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