Illustration: Eine Person mit Stethoskop um den Hals trägt einen Doktorhut.

Pflegefachfrau oder Pflegefachmann mit akademischem Grad – auf diese Berufsbezeichnungen arbeiten Studierende hin, die sich an Hochschulen mit der Theorie und Praxis der Pflege beschäftigen. Doch wie steht es aktuell um das Pflegestudium in Deutschland?

Den Einstieg in den Pflegeberuf mit wissenschaftlichen Perspektiven und guten Karrieremöglichkeiten verknüpfen? Immer mehr Hochschulen in Deutschland bieten dazu sogenannte primärqualifizierende Studiengänge an, die mit einem akademischen Abschluss für die Praxis qualifizieren. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat sie bei einer Sondererhebung des Monitorings zur Pflegeausbildung zwischen Januar und April 2022 genauer unter die Lupe genommen:

  • Große Auswahl an Hochschulen: Insgesamt 27 Hochschulen in Deutschland bieten aktuell berufsqualifizierende Pflegestudiengänge an. Das Monitoring des BIBB hat zudem weitere 19 Hochschulen untersucht, an denen über duale Studiengänge ausbildungsbegleitend oder ausbildungsintegriert studiert werden kann. Hinzu kommen vier weitere Hochschulen, die mit ihren Studienformaten an bereits bestehende Berufserfahrungen von Pflegenden anknüpfen.
  • Akademisierung in der Pflegebildung: Erst seit 2020 mit Inkrafttreten des neuen Pflegeberufegesetzes können Interessierte über ein regelhaftes berufsqualifizierendes Studium in die Pflege einsteigen. Dies war zuvor nur im Rahmen von Modellstudiengängen möglich. Im Vergleich zu den Ausbildungseinstiegen zeigt die Zahl der neuen Immatrikulationen, dass dieser Weg bislang noch selten eingeschlagen wird: 2021 lag die Akademisierungsquote bei 0,82%. Rechnet man die dualen und aufbauenden Studiengänge für Berufserfahrene hinzu, waren es 1,74%.
  • Finanzierung ist gefragt: Im aktuellen Semester sind rund die Hälfte der primärqualifizierenden Studienplätze belegt. In diesem Zusammenhang zeigt sich, dass die Vergütung von Lern- und Praxisphasen für Studierende eine wichtige Rolle spielt. So sind Hochschulen, die ihre Studierenden kontinuierlich finanzieren, höher ausgelastet als Hochschulen, die ihre Studierenden im Rahmen des Pflegestudiums nicht finanziell unterstützen.

Einen tieferen Einblick ins Projekt geben Dr. Miriam Peters und Zoé Klein vom BIBB im Interview.

Forschung zur Pflegeausbildung und zum Pflegeberuf (BIBB) Pflegeausbildung