Illustration: Eine Person, die ein Buch mit dem Paragraphen-Symbol liest, über ihr ist eine Sprechblase mit einem Fragezeichen.

Wissen die Initiatorinnen und Initiatoren regionaler Netzwerke, dass sie Anspruch auf Förderung haben? Und nutzen sie diese auch? In einer Umfrage teilten bestehende regionale Netzwerke ihre Erfahrungen.

Das Pflegenetzwerk Deutschland lud im September 2020 bundesweit 549 Netzwerke zu einer Online-Befragung ein. Darunter die Pflegetische und -netzwerke und Fachnetzwerke wie Demenz-, Palliativ- und Geriatrienetzwerke sowie Netzwerke zu psychiatrischen Erkrankungen. 280 von ihnen nahmen an der Befragung teil.

Hinter der Umfrage stehen zwei Ziele: Einerseits sollen die Ergebnisse einen Überblick darüber geben, ob bestehende Netzwerke die Möglichkeit der Förderung überhaupt kennen. Andererseits sollen die Ergebnisse die Gründe aufzeigen, die Netzwerke daran hindern, die Förderung in Anspruch zu nehmen oder erfolgreich zu beantragen. Die Ergebnisse dienen dazu, die Informationen, Materialien und Beratungsangebote rund um Förderprogramme weiterzuentwickeln und so aufzusetzen, dass mehr Menschen sie auch wirklich nutzen.

Die Antworten auf die wichtigsten Fragen zeigen die folgenden Grafiken.

Was waren die Herausforderungen bei der Beantragung?

Ausarbeitung

eines Konzepts

8,3%

17%

Abstimmung, Vereinbarung oder Vertragsschließung mit den Kooperationspartner

30%

keine größeren Herausforderungen

sehr umfangreich

zu lesen und zu

verstehen

hohe bürokratische Vorgaben und unwissende Sachbearbeiter

sehr lange Bearbeitungszeiten;

späte Auszahlung, unklare Angaben, was gefördert werden kann

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Die Ergebnisse zeigen: Die Förderung ermöglicht vielen Netzwerken, dass es sie überhaupt gibt.

Warum Netzwerke die Förderung nicht beantragen, hat mehrere Gründe: Einige Teilnehmende bemängeln hohe bürokratische Anforderungen und fehlende Transparenz. Außerdem weisen sie darauf hin, dass die Bearbeitungszeiten der Anträge zu lange dauern. Für einige erscheinen grundsätzlich die Förderregionen als zu groß – zudem ist die Förderhöhe trotz unterschiedlicher Herausforderungen (Einwohnerzahl und Fläche) für alle gleich. Außerdem halten die Teilnehmenden die Förderdauer von einem Jahr für zu kurz.

Was aus Sicht der Befragten künftig bei der Beantragung helfen würde: Hilfe und Beratung bei der Antragsstellung, ein Leitfaden und FAQ zur Förderung und zum Antragsverfahren. Die FAQ hat die Geschäftsstelle des Pflegenetzwerk Deutschland inzwischen erstellt (zum Download).

Darüber hinaus wünschen sich die Befragten eine zentrale Übersicht über die zuständigen Ansprechpersonen in den Ländern und über die in den Landkreisen bereits geförderten Netzwerke – sowie ein Forum, in dem die Mitglieder bestehender Netzwerke sich über ihre Arbeit und die Förderung austauschen können.

Die Mitglieder des Pflegenetzwerk Deutschland diskutierten in einem Praxisdialog ebenfalls über die Netzwerkförderung nach § 45c Abs. 9 SGB XI. Welche Punkte aus ihrer Sicht wichtig sind, lesen Sie hier.

Unterstützung für die Pflege

Für welche weiteren Vorhaben Sie Förderungen in Anspruch nehmen können, erfahren Sie hier.

Regionale Netzwerke