

Im Fachdialog „Pflege hat's drauf – und wie?“ am 9. Juni 2026 wurde deutlich: Die Wahrnehmung der Pflege wird auch durch die Art geprägt, wie wertschätzend Pflegefachpersonen selbst über ihren Beruf und miteinander sprechen. Das durch das Bundesgesundheitsministerium geförderte Projekt „Kompetenzkommunikation und Wertschätzung in der Pflege“ (KoWeP) liefert hierzu nicht nur spannende wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern auch ganz praktische Hilfestellungen für Kompetenzkommunikation im Alltag. Entdecken Sie jetzt die kostenfreien Schulungsmaterialien und Lernmodule!
Pflegefachpersonen verfügen über umfangreiches Fachwissen und übernehmen täglich verantwortungsvolle Aufgaben. Dennoch werden ihre vielfältigen Kompetenzen in der Öffentlichkeit häufig nur unzureichend wahrgenommen. Genau hier setzt das Projekt „Kompetenzkommunikation und Wertschätzung in der Pflege“ (KoWeP) an. Ziel des vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Projekts war es, Pflegefachpersonen dabei zu unterstützen, ihre beruflichen Kompetenzen verständlich, selbstbewusst und zielgruppengerecht zu kommunizieren.
In den ersten beiden Projektphasen wurde das Konzept der Kompetenzkommunikation wissenschaftlich untersucht. Anschließend haben die Projektbeteiligten ein Schulungskonzept entwickelt, das erprobt und evaluiert wurde. Pflegefachpersonen sollen dadurch befähigt werden, ihre Expertise, den Wert ihrer Arbeit und die positiven Aspekte des Berufs besser sichtbar zu machen – in praktischen Handreichungen und Schulungen, die mithilfe der frei verfügbaren Module selbst in den Einrichtungen umgesetzt werden können.
Die Projektergebnisse zeigen, dass zwischen den tatsächlichen Kompetenzen der Pflege und ihrer öffentlichen Wahrnehmung häufig eine Lücke besteht. So gaben mehr als 67 Prozent der befragten Auszubildenden an, dass Menschen in ihrem Umfeld überrascht seien, wie viel fachliches Wissen in der Pflegeausbildung vermittelt wird. Gleichzeitig sind 90 Prozent der beruflich Pflegenden der Meinung, dass in der Öffentlichkeit kein realistisches Bild ihrer Arbeit vermittelt wird.
Für Prof. Dr. Michael Isfort von der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, der das KoWeP-Projekt wissenschaftlich über mehrere Jahre begleitet hat, zeigt sich hier ein zentrales Problem: Pflege werde häufig über einzelne Tätigkeiten beschrieben, während die dahinterliegenden Beobachtungs-, Entscheidungs- und Einschätzungsprozesse unsichtbar blieben. Im Fachdialog des Pflegenetzwerks Deutschland am 9. Juni 2026 formulierte er deshalb: „Die Pflege selbst verzerrt sich manchmal. Sie stellt sich manchmal kleiner dar, als sie in Wirklichkeit ist.“
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