Illustration: Zwei Menschen stemmen gemeinsam einen Flaggenmast. Auf der Flagge ist eine Trophäe zu sehen.

Um die psychische Gesundheit von Pflegekräften zu stärken, kommt es neben guten Arbeitsbedingungen und sensibilisierten Führungskräften auf die gelungene Zusammenarbeit im Team an. Wie kann Teamwork die Gesundheitsprävention voranbringen?

Psychische Gesundheit und Stressbewältigung sind ein entscheidender Schlüssel für die Zufriedenheit im Job. Die richtigen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, ist eine Teamleistung. Netzwerkmitglied André Hennig, Mitarbeiter für Wissenstransfer und Forschung an der Rheinhessen-Fachklinik Alzey, hat das Konzept Tea(m) Time mitinitiiert. Dabei geht es darum, einen kontinuierlichen Rahmen für Teams zu schaffen, in dem sie ihre Belastungen strukturiert und transparent abbilden und bearbeiten können. Aus eigener Erfahrung heraus weiß André Hennig, welche Herausforderungen häufig bei der Gesundheitsförderung auftreten und wie sie gemeinsam gelöst werden können.

  • Personalausstattung: Zu den Rahmenbedingungen einer guten Pflege gehört eine qualitativ und quantitativ am Versorgungsbedarf der Pflegebedürftigen ausgerichtete Personalausstattung der Pflegeeinrichtungen. Damit können bessere Arbeitsbedingungen und eine höhere Arbeitszufriedenheit der beruflich Pflegenden erreicht werden. Das ist entscheidend, wenn es um die psychische Gesundheit im Pflegeberuf geht.
  • Kooperative und sensibilisierte Führungskräfte: Um die unsichtbare Wand zwischen Führungskraft und Pflegekraft abzubauen, eignen sich gezielte Gesprächs- und Austauschangebote wie Supervision und Fallbesprechungen. Im ganzen Team oder in Einzelgesprächen kommt es zunächst darauf an, die aktuellen Belastungen abzubilden. Erst auf dieser Grundlage können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam Lösungen für die konkret vorliegenden Probleme finden.
  • Gesundheitsförderung ist Arbeitszeit: Wichtig ist, dass die Austauschformate und Angebote zur Gesundheitsförderung in der Arbeitszeit stattfinden, damit alle daran teilnehmen können. Das kostet Zeit, aber die Investition lohnt sich: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind motivierter und arbeiten effektiver, wenn sie weniger von Stressfaktoren und Belastungen betroffen sind.
  • Austausch muss regelmäßig stattfinden: Die Belastungen im Arbeitsalltag können sich stetig verändern. Während der eine Stressfaktor abnimmt, kann sich der andere verstärken. Deswegen kommt es darauf an, im regelmäßigen Austausch mit dem Team zu bleiben. Außerdem sollten eingeführte Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit überprüft werden. Bei Tea(m) Time finden zum Beispiel alle drei bis vier Wochen halbstündige Treffen statt, bei denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein gesundheitsrelevantes Thema besprechen.
  • Prävention auch für Führungskräfte: Oft leiten Führungskräfte Gespräche und Maßnahmen zur Gesundheitsförderung nur an. Doch auch sie sind Belastungen ausgesetzt, die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben. Deswegen sollte der Austausch in beide Richtungen stattfinden. Auf diese Weise lassen sich Lösungen finden, mit denen alle gut leben können.

Weitere Informationen zum Konzept Tea(m) Time finden Sie hier.

Psychische Gesundheit während Corona im Blick

Ausnahmesituationen wie die Corona-Pandemie führen auch bei Pflegekräften zu zusätzlichen Herausforderungen und einer höheren psychischen Belastung. Doch es gibt Wege, wie Führungskräfte für Unterstützung sorgen können.