Illustration von einer Gruppe aus drei Menschen

Pflegekräfte sind in ihrem Berufsalltag einer hohen Belastung ausgesetzt. Eine gute Führung, die auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden eingeht, stärkt den Zusammenhalt im Team und die Arbeitsmotivation. Worauf kommt es dabei an?

Eine gute Führungskraft hat unterschiedliche Aspekte im Blick. Auf einige davon gehen wir hier ein. Im ersten Abschnitt steht die psychische Gesundheit in Ausnahmesituationen wie der Corona-Pandemie im Fokus – sowohl beim Team als auch bei den Führungskräften selbst. Der zweite Abschnitt behandelt die Frage, wie Führungskräfte ein gutes Verhältnis zu ihren Mitarbeitenden aufbauen können. Und letztlich geht es um die Stärkung des Teamzusammenhalts.

Psychische Gesundheit während Corona im Blick

Besonders in Ausnahmesituationen nimmt die Belastung für Pflegekräfte noch einmal zu. Wie können Führungskräfte ihr Team entlasten und gut durch die Krise führen? Dr. Sabine Gregersen und Ulla Vogt von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) geben in vier Videos Antworten:

Vertrauensvolles Verhältnis zu Mitarbeitenden schaffen

Nur, wer die Bedürfnisse der Mitarbeitenden, ihre Stimmung und Sorgen kennt, kann auch darauf eingehen und gute Arbeitsbedingungen schaffen. Aber wie entsteht eine gute Kultur zwischen Führungskräften und ihrem Team? Sven, Geschäftsführer und Pflegedienstleiter eines ambulanten Palliativpflegedienstes, hat folgende Tipps:

  • Supervision: Werfen Sie regelmäßig einen Blick auf die Abläufe und das Miteinander, um Probleme im Miteinander frühzeitig zu erkennen und zu lösen.
  • Feedback: Holen Sie beispielsweise über Befragungen unter den Mitarbeitenden regelmäßig deren Rückmeldung ein, um ein Stimmungsbild zu erhalten. Achten Sie dabei auf geringe Hürden.
  • Fachlichkeit: Versuchen Sie, Ihren Mitarbeitenden auch auf fachlicher Ebene mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
  • Offenheit: Haben Sie ein offenes Ohr für die Probleme und Anliegen Ihrer Mitarbeitenden. Ein Weg, um auf beiden Seiten verlässliche Erreichbarkeit herzustellen, können zum Beispiel Messenger-Gruppen sein.
  • Wertschätzung: Zeigen Sie Ihren Mitarbeitenden, dass sie wichtig sind. Denken Sie zum Beispiel an Geburtstage.

Lesen Sie außerdem, was Sven zum Thema „Gute Führung in Krisenzeiten“ zu berichten hat.

Das Team zusammenbringen

Gerade in Krisenzeiten geben starke Teams in den Einrichtungen und auf den Stationen Rückhalt. Wie können Führungskräfte den Teamzusammenhalt stärken? Gemeinsam mit weiteren Netzwerkmitgliedern hat René, Qualitätsbeauftragter eines Seniorenzentrums in Köln, in der kollegialen Beratung folgende Ansätze gesammelt:

  • Aktivitäten: Schaffen Sie Gelegenheiten, bei denen Ihr Team in ungezwungener Atmosphäre zusammenkommen kann. Das können zum Beispiel Stammtische, Betriebsfeiern oder ein gemeinsames Essen sein. Eine Idee, die auch unter Kontaktbeschränkungen funktioniert: Ein Frühstück in Kleingruppen unter dem Motto „gesunde Ernährung in der Pflege“.
  • Austausch: Wenn manche Aktivitäten nicht möglich sind, kommt es darauf an, trotzdem miteinander im Gespräch zu bleiben. Versuchen Sie, die besonderen Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. Schaffen Sie alternative Orte wie zum Beispiel eine Messenger-Gruppe oder eine Tafel oder ein Buch im Teamraum, um gemeinsame Ankedoten, Danksagungen und Sprüche zu sammeln. Ein Tauschkreis für Bücher, CDs oder DVDs bringt das Team auch mal persönlich ins Gespräch.
  • Kreativität: Bleiben Sie kreativ, und schauen Sie, was für Ihr Team und die aktuelle Situation passend ist. Eine Politik der offenen Tür und kleine Momente haben oft schon große Wirkung. In den Einrichtungen tönt gerne mal das ein oder andere Lied aus den Zimmerradios. Einmal die Musik etwas aufgedreht - oder gar singen oder tanzen - lockt das oft auch Kolleginnen und Kollegen herbei. Ebenso können ritualisierte Situationen wie der tägliche gemeinsame Gang zur Keksdose Patientinnen, Patienten und das Team zusammenbringen.
  • Virtualität: Wenn es die Ausstattung erlaubt, können auch digitale Angebote herangezogen werden, etwa im Bereich der Gesundheitsprävention oder der Supervision, aber auch offene Kaffeepausen im Videochat, um übergreifend ab und an Dinge besprechen zu können oder einfach zu quatschen. Kleine Onlinespiele können Einstieg oder Auflockerung erleichtern, auch in Kombination mit fachlichen Quizzes. Umfragetools können zudem dabei helfen, die Stimmung und Wünsche aufzugreifen.
  • Vorfreude: Motto, Buffet, Programm – die „große Party“ oder ein kleines und feines Event einfach schon einmal mit Vorfreude zu planen bis es wieder geht, kann ein Motivationsschub sein.

Ihre Ideen für gute Arbeitsbedingungen

Welche Herausforderungen begnen Ihnen im Arbeitsalltag? Diskutieren Sie in unseren Praxisdialogen Lösungsansätze und Ideen mit Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland!