Vom 21. bis 27. September 2026 rückt die jährlich stattfindende Woche der Demenz die Situation von Menschen mit Demenz und ihrer An- und Zugehörigen in den Mittelpunkt. Unter dem Motto „Demenz – (k)eine Frage des Alters“ laden bundesweit zahlreiche Aktionen dazu ein, sich zu informieren, auszutauschen und das Thema Demenz stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
In Deutschland leben rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. Für sie und ihre Familien verändert die Erkrankung vieles – im Alltag, im Zusammenleben und häufig auch in der medizinischen und pflegerischen Versorgung. Seit 2015 macht die Allianz für Menschen mit Demenz mit jedem Jahr mit der „Woche der Demenz“ bundesweit auf ihre Situation aufmerksam. Rund um den Welt-Alzheimertag am 21. September schaffen Veranstaltungen und Aktionen Raum für Information, Begegnung und Austausch sowie Verständnis und Unterstützung für Betroffene.
Das diesjährige Motto „Demenz – (k)eine Frage des Alters“ lenkt den Blick darauf, dass Demenz die gesamte Gesellschaft betrifft. Gleichzeitig erinnert es daran, Menschen mit Demenz unabhängig von ihrem Alter mit ihren individuellen Bedürfnissen, Fähigkeiten und ihrer persönlichen Lebensgeschichte wahrzunehmen.
Auch an der wissenschaftlichen Weiterentwicklung der pflegerischen Versorgung wird gearbeitet. Das vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte Projekt „Entwicklung eines Versorgungspfades für Menschen mit Alzheimer-Demenz (und ihrer An- und Zugehörigen)“ untersucht, wie medizinische Leitlinien, praktische Erfahrungen und die Perspektiven der Beteiligten besser zusammengeführt werden können. Ziel ist ein praxisnaher Versorgungspfad für das ambulante Setting, der die sektorenübergreifende Zusammenarbeit stärkt und zu einer besseren Versorgungsqualität beitragen soll. Das Projekt läuft von Dezember 2024 bis Dezember 2027.
Wie Menschen mit Demenz gut begleitet werden können, ist nicht allein eine Frage der medizinischen oder pflegerischen Versorgung. Entscheidend ist auch, wie gut die verschiedenen Beteiligten zusammenarbeiten: Hausärztliche Versorgung, Pflege, Beratung, Kommunen, Ehrenamt und Selbsthilfe müssen ineinandergreifen. Ebenso wichtig sind Angebote, die gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen und An- und Zugehörige im Alltag unterstützen. Eine wichtige Rolle spielen regionale Netzwerke sowie spezielle Angebote wie die Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz. Unterstützt durch Fördermittel aus dem Bundesministerium für Gesundheit bringen sie unterschiedliche Akteurinnen und Akteure vor Ort zusammen, bündeln vorhandene Angebote und entwickeln neue Unterstützungs- und Teilhabemöglichkeiten. So können Strukturen entstehen, die Menschen mit Demenz und ihre Familien möglichst niedrigschwellig erreichen.
Die Woche der Demenz bietet Gelegenheit, genauer hinzusehen: auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz und ihren Familien, auf die Arbeit professionell Pflegender und vieler weiterer Beteiligter – aber auch auf die Möglichkeiten, die gute Vernetzung, Wissen und gesellschaftliche Teilhabe eröffnen. Bundesweit laden rund um den Welt-Alzheimertag zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen dazu ein, mehr über Demenz zu erfahren und miteinander ins Gespräch zu kommen.