Pflegen zu Hause

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Definition

Stand: 07. Oktober 2021

Die Pflege zu Hause bietet Pflegebedürftigen ein Leben in ihrer gewohnten Umgebung. Die Pflegeversicherung berücksichtigt mit zahlreichen Hilfen – von der Zahlung ambulanter Pflegekräfte bis hin zu Hilfen für pflegende Angehörige – den Wunsch vieler pflegebedürftiger Menschen, zu Hause gepflegt zu werden. Leistungen der Pflegeversicherung unterstützen sie bei der Verwirklichung dieses Wunsches. Die Höhe der Leistungen unterscheidet sich meistens je nach dem jeweiligen Pflegegrad.

Wichtige Leistungen sind:

  • Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 haben die Möglichkeit, ambulante Pflegesachleistungen (Hilfe von Pflegediensten) oder Pflegegeld oder eine Kombination aus beidem (sogenannte Kombinationsleistung) in Anspruch zu nehmen. Hilfe für die Pflege zu Hause als ambulante Pflegesachleistung bieten zugelassene ambulante Pflegedienste und Einzelpflegekräfte.
  • Statt ambulanter Pflegesachleistungen können Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 Pflegegeld beziehen. Sie können über die Verwendung des Pflegegeldes zur Sicherstellung ihrer Pflege grundsätzlich frei entscheiden und das Pflegegeld zum Beispiel als Anerkennung an die Personen, die sie versorgen, regelmäßig weitergeben. Pflegende Angehörige können dadurch finanziell unterstützt werden.
  • Zusätzlich zu diesen Leistungen können alle Pflegebedürftigen in häuslicher Pflege den Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 125 Euro monatlich, etwa für Leistungen zur Unterstützung im Alltag, beanspruchen.
  • Die Pflegeversicherung erleichtert pflegenden Angehörigen durch verschiedene Leistungen, Hilfestellungen und Absicherungen die Pflege zu Hause. Berufstätige pflegende Angehörige können außerdem durch die Pflegezeit und Familienpflegezeit gefördert werden.
  • Sind pflegende Angehörige durch Urlaub oder Krankheit oder vergleichbare andere Gründe vorübergehend an der Pflege gehindert, übernimmt die Pflegeversicherung für Pflegebedürftige, die mindestens in Pflegegrad 2 eingestuft sind, im Rahmen der sogenannten Verhinderungspflege die Kosten einer notwendigen Ersatzpflege in der Regel in Höhe von bis zu 1.612 Euro für längstens sechs Wochen je Kalenderjahr.

Außerdem können Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 zur Überbrückung von Krisensituationen oder in einer Übergangszeit im Anschluss an eine Behandlung im Krankenhaus für bis zu acht Wochen im Kalenderjahr vollstationäre Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen. Die Kombination von Kurzzeit- und Verhinderungspflege ist möglich. Wird eine pflegebedürftige Person zu Hause gepflegt, kann es zudem hilfreich sein, das Wohnumfeld an die besonderen Belange der oder des Pflegebedürftigen individuell anzupassen. Der Gesetzgeber unterstützt die Versicherten dabei durch Zuschüsse zur Wohnungsanpassung im Pflegefall. Auch die Kosten für Pflegehilfsmittel können durch die Pflegeversicherung übernommen werden.

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08. November 2021

„Für Auszubildende ist dieser Lernort besonders wichtig“

Welche Rolle spielt die Ausbildung in der ambulanten Pflege? Und wie lässt sie sich gut aufstellen? Darüber haben wir mit Silke Sommerer, Beraterin Pflegeausbildung in Rheinland-Pfalz und im Saarland beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA), gesprochen.

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Schwarz-Weiß-Porträt von Silke Sommerer
04. November 2021

Selbstbestimmt und mit Freude pflegen

Der Führungsstil hat entscheidende Auswirkungen auf die Arbeitszufriedenheit und Motivation ambulanter Pflegekräfte. Pflegemanagerin Michaela Merbt hat gute Erfahrungen mit selbstorganisierten Teams gemacht. Was hat es damit auf sich?

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Illustration: in der Mitte ein überlebensgroßes Klemmbrett, in das ein Papier eingespannt ist. Links oben sitzt ein kleiner Mensch auf dem Klemmbrett, links und rechts daneben stehen zwei weitere kleine Menschen, einer davon zeigt mit einem Bleistift auf das Papier.
07. Juli 2021

Herausforderungen der ambulanten Pflege erfolgreich begegnen

Den Erwartungen der pflegebedürftigen Menschen in unterschiedlichen häuslichen Umgebungen gerecht werden, mit Pflegebedürftigen, Angehörigen und anderen Beteiligten kommunizieren und als attraktiver Arbeitgeber und Dienstleister neues Personal gewinnen – die Herausforderungen der ambulanten Pflege sind zahlreich. Sie kontinuierlich zu bearbeiten, wirkt sich positiv auf die Arbeitsbedingungen aus. Netzwerkmitglieder haben in Praxisdialogen diskutiert, wie alltagstaugliche Ansätze aussehen können.

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15. September 2020

Gute Arbeitsbedingungen in der ambulanten Pflege

Im dritten Praxisdialog diskutieren die Mitglieder des Pflegenetzwerks über die Verlässlichkeit von Dienstplänen und die Attraktivität der ambulanten Pflege gegenüber der stationären Pflege.

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Schwarz-Weiß-Foto von vier Personen, die an einem digitalen Austausch teilgenommen haben.
19. August 2020

So begeistert man Fachkräfte

Claudia ist Inhaberin eines ambulantes Pflegedienstes und erzählt, wie sie für gute Bedingungen für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgt.

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Schwarz-Weiß-Porträt von Claudia im Garten. Sie trägt lange Haare.
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